Google wird seine neue Smartphone-Plattform heute in Indien offiziell auf den Markt bringen. Dabei gibt es beim Verkauf allerdings einige Besonderheiten, die auch Auswirkungen auf den Online-Handel im Land haben können.

Rote Telefone
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Laut einem Bericht der Economic Times wird die erste Edition der Smartphones von drei indischen Herstellern nach den von Google vorgegebenen Minimalanforderungen produziert, damit „das Erlebnis für den Benutzer“ angenehmer sein soll als bei billigeren Smartphones auf dem Markt. Das Betriebssystem der Smartphones wird, ähnlich wie bei Googles Nexus-Reihe, ein Standard-Android 4.4 ohne Zusatzprogramme sein, wobei die Updates direkt von Google kommen werden. Die Preisspanne für die Geräte wurde von umgerechnet 75 bis 88 Euro festgelegt.

Google hat für eine bessere Vermarktung seiner Geräte zudem Abmachungen mit diversen indischen Mobilfunkbetreibern abgeschlossen, die exklusive Tarife für die Telefone bereitstellen. So können Kunden, deren Telefon an Tarife von Airtel gekoppelt ist, in den ersten sechs Monaten kostenfrei Android-Updates und 200 Mb an Apps kostenfrei über ihre Mobilverbindung herunterladen.

Drei Smartphones, drei Online-Händler

Das Besondere beim Vertrieb der Geräte ist aber Folgendes: Jedes der Modelle wird einem der drei großen indischen Online-Händler (Amazon, Flipkart und Snapdeal) zugewiesen und wird exklusiv nur dort über das Internet erhältlich sein. Jedes der Telefone ist zudem an einen Mobilfunkvertrag gekoppelt, der von einem der großen indischen Mobilfunkanbieter exklusiv für den Online-Händler bereitgestellt wird. Ab Oktober werden die Telefone allerdings auch im Einzelhandel erhältlich sein.

Interessant an Googles Deal ist, dass der Internet-Gigant die drei größten E-Commerce-Unternehmen in Indien mit beinahe gleichen Produkten gegeneinander antreten lässt. Dabei werden wohl vor allem die zusätzlichen Angebote entscheiden, welche die Online-Marktplätze ihren Kunden zweifelsohne beim Kauf anbieten werden. Amazon bietet in seinem Angebot zum Beispiel umgerechnet etwa 130 Euro an Geschenkgutscheinen sowie Cashback-Programme beim Kauf an. Es wird sich also der Händler mit dem besten Gesamtpaket durchsetzen, wobei Amazon durch sein Fire-Phone wohl zumindest vonseiten des Marketings einen Vorteil hat und diesen sicher auch stark nutzen wird. Aber auch Flipkart kann schon eine erfolgreiche Exklusivkooperation mit Motorola vorweisen. Es verspricht also ein spannender Wettbewerb zwischen Herausforderer Amazon und den Konkurrenten Flipkart und Snapdeal zu werden.

Auswirkungen auf den indischen E-Commerce

Einschneidend wird das Android One-Projekt aber nicht nur für die Menschen in Indien, sondern auch für den Online-Handel, denn sollten sich die günstigen Telefone durchsetzen, dann wird die Zahl der Internetnutzer in Indien sprunghaft ansteigen. Zudem sind die Geräte schon ab Werk mit einer Sprachausgabe in Hindi verfügbar, wodurch sie sofort auch von nicht-englischsprachigen Menschen im Land benutzt werden können,  was auch dem Online-Handel zugutekommen wird. Damit wird das Land für den E-Commerce immer weiter an Bedeutung gewinnen.






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