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Amazon hat offenbar mehr Informationen preisgegeben, als das Unternehmen beabsichtigt hatte. Die nun berechneten Zahlen lassen einige interessante Rückschlüsse zu.

Amazon-Pakete
Jonathan Weiss / Shutterstock.com

Mit einer E-Mail an seine deutschen Händler wollte Amazon für den Markteinstieg in den Vereinigten Staaten werben. Um den Verkäufern diese Entscheidung schmackhaft zu machen, führte Amazon an, dass man auf dem US-Marktplatz siebenmal so viel Umsatz wie auf dem deutschen Marktplatz verzeichne – und das bei nur halb so vielen Händlern. Da das weltweite Handelsvolumen durch offizielle Berichte von Amazon bekannt ist, lässt sich so ein Rückschluss auf den konkreten Umsatz der deutschen Marktplatz-Händler ziehen.

Im vergangenen Jahr lag das weltweite Handelsvolumen bei 277 Milliarden US-Dollar. Die Dritthändler sorgten dabei für 160 Milliarden Dollar dieses Handelsvolumens. In der aktuellen E-Mail an seine Händler habe Amazon auch erklärt, dass die Hälfte davon aus den USA stammt. Ergo: 80 Milliarden Dollar in den USA. Um den Wert für Deutschland zu erreichen, muss dieser Umsatz nur durch sieben geteilt werden und nach der Umrechnung in Euro ergibt das 10,2 Milliarden.

Amazons Gesamthandelsvolumen liegt bei 17,67 Mrd. Euro

Diese Erkenntnis lässt ihrerseits weitere Rückschlüsse zu: Jeff Bezos erklärte vor wenigen Monaten, dass die Marktplatz-Händler für 58 Prozent des Gesamthandelsumsatzes von Amazon sorgen. Amazons Eigenanteil beträgt demnach 42 Prozent. Geht man davon aus, dass dieses Verhältnis mehr oder weniger in jedem Land stimmt, dürfte Amazons Gesamthandelsvolumen (brutto) bei rund 17,67 Milliarden Euro liegen, wie auch die Internet World berichtet.

Amazon selbst will sich auf Nachfrage von Amazon Watchblog nicht zu den berechneten Zahlen äußern. Das Unternehmen wolle Spekulationen nicht kommentieren, so eine Amazon-Sprecherin.

Amazons Anteil am deutschen Online-Handel

Der Umsatzanteil von Amazon am deutschen Online-Handel dürfte mit diesen Zahlen, sofern sie denn stimmen, bei etwa 27 Prozent liegen. Berechnen lässt sich das anhand der Zahlen, die beispielsweise vom HDE für den deutschen Markt ausgegeben werden: Für 2018 soll der E-Commerce-Umsatz in Deutschland bei 53,4 Milliarden Euro (netto) gelegen haben. Werden die aus der Amazon-Mail abgeleiteten Zahlen nun ins Netto übertragen, ergibt das einen Netto-Marktplatz-Umsatz von 8,57 Milliarden Euro und ein Gesamthandelsvolumen (netto) von 14,78 Milliarden Euro. Das ist eine beeindruckende Position, aber noch lange nicht so übermächtig, wie in der Vergangenheit häufig vermutet.

Interessant ist auch der direkte Vergleich zu anderen Online-Händlern und Plattformen: Otto, das sich auch zusehends zur Plattform wandelt, habe beispielsweise 3,2 Milliarden Euro im Jahr 2018 umgesetzt. Zalando hat im vergangenen Jahr dagegen ein Bruttohandelsvolumen von 6,6 Milliarden Euro erreicht, wie das Handelsblatt berichtet. Dabei handelt es sich um den Umsatz von Zalando und den an das Unternehmen angeschlossenen Drittanbietern.

Unklar ist allerdings die interessante Frage, wie Amazons Marktplatzumsatz im Vergleich zum Umsatz der deutschen Ebay-Händler aussieht. Ähnlich wie sein Konkurrent gibt auch Ebay nicht bekannt, wie hoch das Handelsvolumen seiner Händler ist. Nach Einschätzung von Prof. Dr. Gerrit Heinemann könnte der aber anhand des bekannten Provisionsumsatzes höher als der von Amazon ausfallen.

Amazon: „Zahlen sind in keiner Weise korrekt“

Für gewöhnlich hält sich Amazon mit Reaktionen und Statements zu Gerüchten eher bedeckt. In diesem Fall jedoch ließ uns das Unternehmen auf Nachfrage ein Statement zukommen. Darin widerspricht Amazon den berichteten Zahlen:

„Diese Zahlen sind in keiner Weise korrekt. Die Person, die diese Informationen zusammengestellt hat, hat Zahlen benutzt, die nichts mit den Verkäufen von Drittanbietern bei Amazon zu tun haben. Dies ist allein auf einen menschlichen Fehler zurückzuführen und es wäre falsch, anzunehmen, dass diese Zahlen etwas über das Geschäft von Amazon in Deutschland oder auf der ganzen Welt aussagen.“

/ Geschrieben von Michael Pohlgeers





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