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Amazons Programm für Produktbewertungen „Amazon Vine“ wird nun für Händler geöffnet.  

Sterne auf Hand
nep0 / Shutterstock.com

Produktrezensionen gehören vor allem im Online-Handel mit zu den wichtigsten Methoden von Verbrauchern, um ein passendes Produkt auszuwählen – je authentischer, desto hilfreicher. Immer mal wird – etwa auch in Studien – die Aussagekraft solcher Rezensionen angezweifelt. Amazon selbst ging in der Vergangenheit zudem immer mal wieder gegen eingekaufte Kundenbewertungen sowie gegen Fake-Bewertungen bei Angeboten auf dem Marktplatz vor.

Anders gestaltet es sich jedoch mit Rezensionen, die mithilfe von Amazons eigenem Produktbewertungsprogramm Vine erstellt worden sind. Über Amazon Vine, dem „Club für Produkttester“, werden Produkte gezielt von Kunden beurteilt und anschließend Bewertungen hierzu verfasst, die dann auf dem Marktplatz veröffentlicht werden. Angefragt bzw. ins Programm aufgenommen werden Kunden, die schon häufig bzw. hilfreiche Rezensionen verfasst haben.

Nutzung von Vine: Für Händler sechs Monate lang kostenlos 

Die Möglichkeit, auf diese Weise Sternchen und Informationen zu den eigenen Artikeln auf dem Marktplatz zu erhalten, gab es bisher nur für Amazon-Lieferanten (Vendoren). Ab dem 11. Dezember dieses Jahres soll dieses Programm nun auch Händlern, die auf Amazon verkaufen, zur Verfügung gestellt werden, so Brancheninsider Christian Otto Kelm von der Big-Data- und Amazon-Analysefirma Amalyze zufolge: 

Die Händler müssen bei Amazon als Marke registriert sein. Dann können sie den am Vine-Programm teilnehmenden Kunden ihre Produkte senden, die diese innerhalb von 30 Tagen beurteilen sollen. Den Zeitpunkt des Produkttestversands können sie dabei selbst bestimmen. Auch muss das Produkt noch nicht zum Verkauf freigegeben sein. Wie das Kundenurteil dann ausfalle – ob positiv, negativ oder neutral – spiele dann keine Rolle. Die Rezensenten würden von Amazon aber danach bewertet werden, wie hilfreich andere Kunden die von ihnen gegebenen Informationen empfanden, erläutert hierzu t3n. Vine-Rezensionen sind mit einem grünen Streifen gekennzeichnet. Die Teilnahme solle hier in den ersten sechs Monaten außerdem kostenfrei sein.

Voraussetzungen für Vine-Testprodukte 

Neben einer Amazon-Markenregistrierung müssen Händler auch für die Produkte Vorgaben beachten, damit diese als Test-Produkte gelten können: 

  • Auf der Produktdetailseite müssen unter 30 Rezensionen vorhanden sein.
  • Der Produktzustand muss „neu“ sein. 
  • Es muss als „Versand durch Amazon“-Produkt aktiv und auf Lager sein. 
  • Produkte müssen über ein Bild und eine Produktbeschreibung verfügen. 

Ausgeschlossen sind hierbei Produkte, für deren Test noch ein weiteres Produkt bestellt werden müsste oder notwendig wäre, sowie Erotikartikel. 

Bereits zuvor hat Amazon Funktionen, die zunächst Vendoren vorbehalten waren, auch für Händler geöffnet – beispielsweise den A+ Content Manager Mitte dieses Jahres.

/ Geschrieben von Hanna Behn


Kommentare

#1 Timo 2020-02-15 16:41
Schon jemand über die Erfahrungen berichtet?
Die meisten Händler sind enttäuscht, da sie Geld für Bewertungen bezahlen (Achtung: bei Amazon, nicht bei Lutendo, Amzstars, Amztigers, Club der Produkttester und wie sie alle heißen) und im Gegenzug meistens klugsch. Antworten der Tester erhalten, sprich schlechtere Bewertungen als Organische. Sieht man jede Woche in irgendeiner Facebook Gruppe zum Thema Amazon.
Schräg oder? Vor allem: Amazon darf das, andere nicht?

Der Mythos der Kontosperrungen ist ein Witz: Wenn Amazon alle sperren würde die Bewertungen kaufen, müssten sie mehr als die Hälfte aller Bestseller sperren und wenn ein Händler von 100.000 einmal ne Sperrung erhält, ist er 4 Wochen später wieder drin, inkl. aller Bewertungen. Warum? Weil Amazon genau weiß wie wichtig Bewertungen sind und nicht darauf verzichtet.

Ist doch schon der ein oder andere große Account kurzfristig angeblich deshalb gesperrt worden, alle wieder drin. Alle mit ihren alten Bewertungen. Warum? Weil diese mtl. 7-stellige Umsätze erzielen, 7-stellige Kosten für PPC im Jahr haben usw. und mal ganz ehrlich: wenn alle Chinesen weg wären, würden sich alle deutschen Händler freuen. Nicht aber Amazon - über 40 % der Bestseller in DE und über 50 % in US sind aus China. Noch Fragen?



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