Mit seinen „Early Black Friday Deals“ bietet Amazon kurz nach dem Prime Day schon wieder vermeintliche Schnäppchen – „Kundentreiberei“ kritisiert Amazon-Experte Gerrit Heinemann.

Prozente auf Smartphone
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Wer derzeit bei amazon.de rumklickt, könnte ein Déjà vu erleben: In zartem Orange wirbt Amazon dort für seine „Early Black Friday Deals“, 1362 Sites mit Schnäppchen. Dabei ist DAS – mehr oder minder erfolgreiche – Schnäppchenevent Prime Day doch gerade erst vorbei. 

Amazon-Schnäppchen vor dem Black Friday: Bis zu 40 Prozent ermäßigte Preise

Amazon bietet nach eigenen Angaben bei seiner Aktion unter anderem bis zu 40 Prozent Rabatt bei den eigenen Modemarken Meraki, Aurique, Iris & Lilly, find und Truth & Fable sowie ebenfalls bis zu 40 Prozent Rabatt auf Lebensmittel von Happy Belly, Beauty-Produkte von Belei und find.beauty sowie Tiernahrung von Lifelong. Bis zu 25 Prozent sollen Online-Shopper bei Amazons Eigenmarken unter anderem in den Kategorien Wohnaccessoires, Elektronik und Sport sparen können. Die Black-Friday-Aktion läuft bis zum 19. November, der eigentliche Black Friday ist dann am 27. November. Danach folgt noch die Cyber Week – also noch viel Potenzial für weitere Preisschlachten.

„Kundentreiberei – Amazon führt die Kunden regelrecht vor“

Es scheint, als sollten Geschenke-suchende Online-Shopper unbedingt zum frühzeitigen Kauf verführt werden. Größter Unterschied zum Prime Day: Bei den frühen Black-Friday-Angeboten dürfen jetzt alle Amazon-Kunden zuschlagen – und nicht nur Prime-Mitglieder. Die vor allem durch die Corona-Pandemie entstandene Ballung dieser Aktionstage ruft bei Experten wie Professor Gerrit Heinemann aber eher Kritik statt Kauflust hervor. „Amazon gilt bisher als extrem kundenorientiert, führt jetzt allerdings die Kunden regelrecht vor: Kaum ist der Prime Day vorbei, beginnt die nächste Preistreiberei gemäß dem Motto: 'Wer beim Prime Day zu früh gekauft hat, den bestraft das nächste Angebot beim Black Friday'. Insofern artet die Preistreiberei nunmehr zur Kundentreiberei aus – und ist jetzt allerdings das Gegenteil von kundenzentriert“, so Heinemann.

Ob Online-Shopper bei derartigen Rabatt-Events überhaupt immer echte Schnäppchen machen, ist ohnehin fraglich. Ein Trick: Rabattangaben und Streichpreise beziehen sich oft auf die unverbindlichen Preisempfehlungen (UVP) der Hersteller – die aber selten die tatsächlichen Marktpreise abbilden, erklärt Mydealz-Gründer Fabian Spielberger auf OnlinehaendlerNews.

Und auch, ob Amazon von seinen ständigen Rabatt-Offensiven spätestens zum Black Friday profitieren wird, darf man zumindest anzweifeln: Denn je nach Umfrage wollen zwei Drittel der Online-Shopper den Black Friday meiden – die, die einkaufen möchten, wollen aber laut einer anderen Erhebung mehr Geld ausgeben. Warum niemand diese ganze Masse an eigenen Schnäppchentagen braucht, erklärt überdies eine Kolumne auf OnlinehaendlerNews

 

/ Geschrieben von Markus Gärtner





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