Nicht nur in Amerika, Europa und Asien wächst Amazon immer weiter. Auch den afrikanischen Kontinent hat der Konzern im Blick.

Pyramiden in Ägypten
Kanuman / Shutterstock.com

Amazon kann eine neue Errungenschaft und zugleich auch einen beachtlichen Meilenstein vermelden: Am 1. September hat der Konzern einen weiteren globalen Marktplatz ans Netz gebracht. Es ist der nunmehr 20. seiner Art – und dieser findet sich im Pyramiden-Staat Ägypten. Grundsätzlich handelt es sich um Amazons bisher kleinsten Zielmarkt: Gemeinsam mit Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten mache der neue Marktplatz für Amazon nicht mal ein Prozent der gesamten Webbesucher aus.

Amazon legte 2017 den Grundstein für seinen ägyptischen Marktplatz

Strategisch gesehen verlief der Start des ägyptischen Online-Marktplatzes genau wie bei den beiden Schwestern-Portalen in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die 2020 und 2019 ihren Einstand feierten: Dort ersetzte Amazon nach Angaben von MarketplacePulse einen lokalisierten Shop des Online-Händlers Souq.com. So ist es jüngst auch in Ägypten geschehen. 

Amazon habe das Unternehmen demnach bereits 2017 für 580 Millionen US-Dollar erworben und nahm diese Übernahme als Basis für den Start in der nordafrikanischen Region. „Ägypten war die letzte lokale Niederlassung von Souq.com, die noch auf das Amazon-Branding umgestellt wurde“, wird das Vorgehen beschrieben.

Amazon Ägypten: Kein Prime, aber FBA

Die Einführung in Ägypten ist auch insofern etwas Besonderes, da sie sich gravierend von anderen regionalen Amazon-Portalen in Europa unterscheidet. Hierzulande habe der Konzern bei Neueröffnungen – beispielsweise des Marktplatzes Polen – von den umliegenden europäischen Online-Marktplätzen und der bereits bestehenden Händler-Basis profitieren können. In Ägypten sei es anders gewesen: „Alle Verkäufer verkauften zuvor auf Souq.com Egypt. Erst Ende Juli, weniger als zwei Monate vor dem Start, begann das Unternehmen mit der Einführung von Seller Central in Ägypten, zusätzliche Verkäufer zu rekrutieren“, heißt es weiter. Auf Onlinehändler News erklären die beiden Handelsexperten Kai Hudetz und Gerrit Heinemann, wie Amazon generell bei der Erschließung neuer Märkte vorgeht.

Während Kunden zum Amazon-Start in Ägypten noch nicht auf den kundenorientierten Prime-Service zurückgreifen können, steht Händlern allerdings der Fulfillment-Dienst FBA zur Verfügung. Produkte, die Amazon direkt verkauft oder für Händler versendet und die als Bestellung einen Wert von mehr als 22 US-Dollar (350 Ägyptische Pfund) haben, sind für den kostenlosen Versand qualifiziert.

Alexa stammt aus Ägypten

Amazons Sprachassistentin Alexa spielt auf dem ägyptischen Marktplatz zunächst keine besondere Rolle. Ihr Name stammt aber von dort und basiert auf der legendären Bibliothek des frühzeitlichen Alexandria. 

 

/ Geschrieben von Tina Plewinski




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