Artikel, die über Warehouse Deals (jetzt „Retourenkauf“) gekauft werden, sind gebrauchte oder beschädigte Artikel, deren Gewährleistungsrechte eingeschränkt sind. Häufig handelt es sich um B-Ware.

Symbol des nachhaltigen Shoppen
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Immer wieder machte Amazon Negativschlagzeilen angesichts massiver Retourenzahlen. Die Produkte landeten angeblich reihenweise auf dem Müll. Mittlerweile werden Produkte mit einem gewissen Wert dem Zustand entsprechend in der Kategorie „Amazon Warehouse“ (seit Juni 2023 heißt die Kategorie „Retourenkauf“) weiterverkauft.

Was ist Amazon Warehouse Deals?

Amazon bietet nicht nur neue und komplett einwandfreie Artikel an, sondern auch B-Ware wie Produkte, die gebraucht oder teilweise beschädigt sind. Sie stammen beispielsweise aus Retouren oder wurden auf anderem Wege, z. B. im Lager, beschädigt. Ihr Zustand reicht von „wie neu“ bis hin zu „akzeptabel“. Betroffen von der Verschlechterung ist jedoch nicht in jedem Fall das Produkt selbst, sondern es kann auch lediglich die Umverpackung eine Beschädigung aufweisen.

Aufzufinden sind die Artikel entweder über den Direktlink zur Kategorie Retourenkauf, wenn man explizit auf einen vergünstigten, gebrauchten Artikel aus ist. Alternativ findet man die Verfügbarkeit eines gebrauchten Artikels auch über den jeweiligen Wunschartikel und dort die Option „Andere Verkäufer bei Amazon Neu & Gebraucht vergleichen“ unterhalb des Warenkorb-Buttons.

Hinweis: Das Ganze hat nichts mit dem Kauf von Amazon-Retourenpaletten und Mysteryboxen zu tun.

Welchen Zustand hat mein gewünschtes Produkt?

„Für jedes gebrauchte Produkt, das wir verkaufen, testen wir den Zustand des Artikels gründlich und stellen detaillierte Beschreibungen zur Verfügung, damit dir die Entscheidung leichter fällt“, schreibt Amazon in seinen FAQ zum Retourenkauf. Da jeder Artikel ein Unikat ist, gibt eine detaillierte Beschreibung Auskunft über Aussehen, Funktion, Zubehör und Verpackungszustand, damit der Zustand des Artikels optimal eingeschätzt werden kann, heißt es vonseiten Amazons weiter.

In der Praxis ist die Beschreibung unserer Einschätzung nach mal mehr und mal weniger aussagekräftig. Auch der Zustand, der tatsächlich bei der Lieferung vorhanden ist, ist recht subjektiv festgelegt. Das kann ein Vor- und ein Nachteil sein. So kann man mit einem von Amazon als akzeptabel eingestuften Produkt ein echtes Schnäppchen machen, wenn der Zustand beim Auspacken doch zur vollsten Zufriedenheit ist oder für die geplante Verwendung trotz eines Makels ausreichend ist. Andernfalls bekommt man vielleicht einen Artikel, der wie neu sein soll, aber sich beispielsweise zum Verschenken doch nicht eignen würde.

Trotz aller Sorgfalt kauft man immer ein bisschen die Katze im Sack, denn mit der Angabe „Geringfügiger Schönheitsfehler“ kann alles und nichts gemeint sein. Nichtsdestoweniger sollte vor einem Kauf stets die genaue Zustandsbeschreibung gelesen werden. Eine allgemeine Beschreibung der Zustände nimmt Amazon außerdem hier vor.

Und hier kommt die nächste Frage ins Spiel.

Welche Rechte haben Kund:innen nach einem Kauf?

Reduzierte Waren, Restposten, Gebrauchtes oder B-Waren sind im Gesetz nicht als Ausschluss- oder Erlöschensgrund aufgezählt. Daher sind auch solche Waren uneingeschränkt vom Widerrufsrecht umfasst. Hier muss nur anhand des jeweiligen Produktes geschaut werden, ob es Einschränkungen gibt, beispielsweise bei Hygieneartikeln. Ansonsten kann es sich die Kundschaft ohne Angabe von Gründen innerhalb der eingeräumten Widerrufsfrist anders überlegen und den Artikel retournieren.

Für alle bei Amazon als gebraucht gekauften Artikel gilt parallel die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren. Das bedeutet, dass Amazon dafür einzustehen hat, wenn innerhalb dieser zwei Jahre ein nicht von der Kundschaft verschuldeter Mangel auftritt. In diesem Fall hat Amazon den Artikel entweder zu reparieren oder ein gleichwertiges Produkt nachzuliefern. Ist beides nicht möglich, muss das Geld erstattet werden.

Kauft man eine gebrauchte Kaffeemaschine über den Retourenkauf, deren Gehäuse ausdrücklich zerkratzt ist, verliert man seine Gewährleistungsrechte nicht, wenn der Motor nach 9 Monaten kaputtgeht. Nicht einstehen muss Amazon theoretisch für Mängel, auf die vor Vertragsschluss ausdrücklich hingewiesen worden ist (s. o.), also beispielsweise die Kratzer. Wenn ein Mangel also innerhalb von zwölf Monaten nach Kauf auftritt, wird davon ausgegangen, dass die Sache bereits mangelhaft übergeben wurde. Es liegt dann in der Pflicht von Amazon zu beweisen, dass die Kundin oder der Kunde für den Mangel verantwortlich war.

„Genau wie bei jedem anderen Kauf bei Amazon kannst du den Artikel gemäß den Rückgabebedingungen von Amazon zurücksenden, wenn du aus irgendeinem Grund nicht mit dem Produkt zufrieden bist. Wenn ein Artikel nach Ablauf der Amazon-Rückgabefrist einen Defekt aufweist, repariert Amazon den defekten Artikel. Ist eine Reparatur nicht möglich, erstatten wir den Kaufpreis im Einklang mit den Amazon Rückgaberichtlininen zurück“, heißt es dazu von Amazon. Es wird somit keine Unterscheidung gemacht.

Wann sollte ich auf einen Retourenkauf verzichten?

Viele Menschen wenden sich ab von einer Wegwerfgesellschaft, achten stattdessen auf einen langlebigen Produktzyklus und kaufen mehr und mehr gebrauchte Waren. Das ist gut für die Umwelt, weil es Ressourcen spart. Es ist jedoch wichtig, dass man sich genau über seine Anforderungen an das Produkt im Klaren ist, bevor man bestellt. Dazu sollte der beschriebene Zustand in Erfahrung gebracht werden und die beabsichtigte Verwendung, um spätere Enttäuschung und unnötige Retouren zu vermeiden. Beispielsweise sollten Geschenke nicht über den Retourenkauf erworben werden, wenn es dem Schenkenden auf ein einwandfreies Produkt ankommt.

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Geschrieben von Yvonne Bachmann




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