Amazon schraubt offenbar an seinem System rund um Retouren-Gebühren.

Amazon-Pakete auf einer Briefkastenzeile
MikeDotta / Shutterstock.com

Kostenlose Retouren gehörten in der Vergangenheit zu den Vorzügen und sogar zu den Verkaufsargumenten von Amazon. Doch in den letzten Monaten hat der Konzern hier einige Änderungen vorgenommen. Und schaut man sich aktuelle Berichte aus der Branche an, scheint Amazon hier noch nicht am Ende, sondern eher in einer Erprobungs- beziehungsweise Findungsphase zu sein.

Es steht die Vermutung im Raum, dass Amazon seine Kundinnen und Kunden immer stärker dazu bringen möchte, die Option der unverpackten Retouren zu nutzen. Bei dieser Variante werden die Produkte im Zuge des Rückversands nicht in einem eigenen Karton verpackt und etikettiert. Stattdessen sollen diese ohne Verpackung in einer Packstation oder Filiale eines Versanddienstes, entweder DHL oder UPS, abgegeben werden, von wo aus sie an den Konzern zurückgehen.

Auch im Gewährleistungsfall drohen Retourenkosten

Dass Amazon diese „Retoure unverpackt“ forciert, gehe aus Beobachtungen aus Kundenkreisen hervor: Wie Heise Online berichtet, werden aktuell wohl auch in Gewährleistungsfällen Kosten erhoben – nicht immer, aber bei der Nutzung einiger Optionen. „Diese seien bislang alle kostenfrei gewesen“, heißt es weiter. 

Auffällig sei, dass Amazon hier auch „nicht einheitlich“ agiere. Das heißt, bei verschiedenen Anläufen, eine Retoure vorzunehmen, seien unterschiedliche „Optionen wechselweise mit und ohne Kosten angezeigt“ worden; und zwar trotz der Angabe des gleichen Grundes.

In einem Gewährleistungsfall sei etwa ausschließlich die unverpackte Retouren-Option kostenfrei angeboten worden, die dann in einer Filiale der Post oder von UPS erfolgen könne. „Wer seine Sendung selbst etikettieren will, muss demnach 2,99 Euro zahlen. Kurios: Die verpackungslose Abgabe über eine Packstation soll einen Euro kosten“, heißt es weiter.

 

Amazon hält sich eher bedeckt

Amazon selbst habe zu den Beobachtungen keine Aussagen treffen wollen. Der Konzern verwies nach Angaben von Heise Online darauf, dass man regelmäßig Tests rund um Retourenprozesse vornehmen, um das Erlebnis für die Kundinnen und Kunden „so einfach und umweltfreundlich wie möglich zu gestalten“, wird ein Sprecher zitiert. Auch eine Erklärung, warum das Unternehmen der verpackungsfreien Option eine Bevorzugung angedeihen lässt, sei ausgeblieben.

Gegenüber dem Amazon Watchblog hatten sich in der Vergangenheit jedenfalls einige Kundinnen und Kunden geäußert, die eine „Retoure unverpackt“ als eher umständlich beschrieben und mit der sie auch in Shops der DHL bereits hin und wieder Probleme hatten.

Sie wollen immer über die neuesten Entwicklungen bei Amazon informiert sein? Mit unseren Newslettern erhalten Sie die wichtigsten Top-News und spannende Hintergründe direkt in Ihr E-Mail-Postfach – Jetzt abonnieren!
/
Geschrieben von Tina Plewinski

Kommentare

#3 NoPrimeDay 2023-10-22 12:46
Ich verstehe den Sinn nicht davon, weil die Retouren doch eh eingepackt werden und sei es, dass Mitarbeitende der Post dann dafür zuständig sind. Außerdem ist mir ein bisschen Privatsphäre wichtig und ich möchte nicht, dass die geschwätzigen Postdamen in meiner Filiale stets wissen, was ich zurückschicke.
#2 Michaela Zang 2023-10-17 09:01
Umweltfreundlic h? Das ist ein Witz. Die Mitarbeiter in den Postfilialen müssen die Retouren in große Papierhüllen verpacken. Ein Mehraufwand der Zeit kostet. Und Umweltschonend ist das auch nicht, da die Papierverpackun g anfällt. Es wäre besser wenn Retouren für Kunden kostenpflichtig wäre, dann würde sich der ein oder andere es sich überlegen ob er die Ware zurücksendet. Das wäre der richtige Weg und nicht alles kostenfrei..... ......
#1 Horst Toeffels 2023-10-17 08:11
eine unverpackte Retoure kann gleich an Ort und Stelle in den Müllcontainer wandern.



Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Captcha aktualisieren