Der Kündigungsprozess von Amazon Prime sei zu kompliziert und auch noch manipulativ. Daher klagt die norwegische Behörde NCC nun.

Fernseher, mit Prime-Video-Logo
Juan Ci / Shutterstock.com


Ein Viertel der gut 1.000 Befragten habe Probleme, das Prime-Konto zu kündigen, ergab eine Umfrage der norwegischen Behörde NCC, die mit den Verbraucherschutzbehörden anderer Länder vergleichbar ist. Bereits das Finden der Kündigungsoption bereite vielen Nutzern Schwierigkeiten, berichtet Onlinemarketing.de weiter

Manipulative Icons und Formulierungen

Die Behörde kritisiert, dass der Kündigungsprozess an sich mit manipulativen Icons und Formulierungen gespickt sei. So warne die Seite mehrmals, dass durch die Kündigung von Prime auch andere Elemente der Prime-Mitgliedschaft betroffen seien. Es sei nicht sofort klar, was genau betroffen sei. Klickt der Nutzer auf eine Warnung, wird er auf eine andere Seite umgeleitet. Der Kündigungsprozess werde dadurch unterbrochen und müsse von vorn beginnen. 

Wirklich zu kompliziert?

Zugegeben: Die Kündigungsfunktion ist wirklich etwas versteckt. Als Nutzer muss man zunächst auf den Reiter „Prime“ links oben klicken. Danach muss man sich erst bis nach unten durchscrollen, wo klein, unter einem schwarzen Block „Meine Prime-Mitgliedschaft verwalten“ steht. Klickt man darauf, findet man sich auf einer neuen Seite wieder, auf der die Kündigungsfunktion diesmal rechts oben zu finden ist. Hat man diese Funktion gefunden, ist der Rest vergleichsweise einfach. Im ersten Schritt weist Amazon darauf hin, auf was man alles verzichtet: Screenshot Amazon

Dann wird ein günstigeres Paket angeboten:

Und am Ende werde noch einmal über die Konsequenzen informiert:

Zugegeben: Die Funktion ist wirklich nicht gerade kundenfreundlich platziert; der Prozess an sich erscheint aber nicht sonderlich manipulativ. Amazon macht in diesem Prozess nichts anders, als jeder Anbieter von Mobilfunkverträgen nach einer Kündigung.

Norwegische Behörde steht nicht alleine da

In Norwegen steht die NCC allerdings nicht alleine mit ihrem Urteil da. Auch Verbrauchergruppen in Frankreich, Dänemark, Deutschland, Griechenland und der Schweiz kritisieren Amazon öffentlich wegen dem Kündigungsprozess. Amazon selbst sieht das natürlich anders. In einem von Onlinemarketing.de zitierten Statement hieß es, dass Amazon seinen Kunden sogar mehrere Wege für die Kündigung zur Verfügung stellt: Prime könne mit wenigen Klicks oder per Anruf gekündigt werden. Alternativ können Kunden auch die automatische Verlängerung deaktivieren.

Ob sich Amazon wegen der Klage der norwegische Behörde NCC tatsächlich vor Gericht verantworten muss, bleibt abzuwarten. 

/ Geschrieben von Sandra May


Kommentare

#5 Mediablue 2021-01-15 12:59
In Deutschland seine Steuern einzureichen ist komplizierter
#4 Mark 2021-01-15 12:09
Bei Amazon gibt es keine lange Warteschlange. Einfach zu Amazon.de/konta kt gehen und anrufen lassen. Schon kann man nach vielleicht insgesamt einer Minute sagen "Bitte Prime kündigen". Die machen das, bestätigen es per Mail und damit hat sich das schon.
#3 Marcel 2021-01-15 11:02
Das zieht sich durch jeden Geschäftszweig. Das Beenden eines Abonnement, die Kündigung eines Dienstes. Jedes größere Unternehmen geht so vor. Es sollte den Kunden deutlich einfacher gemacht werden.
#2 Erik 2021-01-15 08:17
Microsoft haben das gleiche System.
#1 Kay 2021-01-15 08:16
Nach schwieriger ist es ein Amazon Konto zu Kündigen. Dazu muss man am Ende die Hotline anrufen, die einen dann eine halbe Stunde in der Warteschlange lässt.



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