Die Spekulanten lagen richtig: Amazon dreht bei Prime an der Preisschraube.

Amazon-Karton mit einem Lächeln
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Amazon Prime wird für US-amerikanische Kunden teurer. Dies hatten Brancheninsider schon seit einiger Zeit vorausgesagt und mit den allgemeinen Entwicklungen auf dem Markt begründet: steigende Kosten in der Logistik, Lieferengpässe, gestiegene Personalkosten. All diese Hürden müsse Amazon, aber auch viele andere Unternehmen der Branche, derzeit bewältigen. 

Besonders in den vergangenen Tagen – kurz vor Veröffentlichung der jüngsten Quartalszahlen – brodelte die Amazon'sche Gerüchteküche. Und die Spekulationen haben sich nun bewahrheitet: Im Rahmen der Präsentation der aktuellen Bilanz verkündete der Konzern auch den Preisanstieg.

Prime-Preis steigt um 20 Dollar im Jahresabo

Bisher zahlten Kunden in den USA für Amazon Prime 119 Dollar im Jahr für das Jahresabo. Künftig wird der Preis 20 Dollar höher liegen, nämlich bei 139 Dollar. Für Prime-Kunden, die nicht auf ein Jahresabo zurückgreifen, sondern in monatlichem Turnus zahlen, steigen die Kosten von 12,99 US-Dollar auf 14,99 US-Dollar.

Für eine Umsetzung der neuen Preisstruktur lässt sich Amazon nicht besonders viel Zeit: Bereits ab dem 18. Februar 2022 sollen die höheren Preise für Neukunden greifen, wie es beim Tech-Portal Golem heißt.

Zuletzt hatte Amazon die Preise für das Kundenbindungsprogramm vor vier Jahren angepasst: Damals stiegen sie in den USA von 99 auf 119 US-Dollar und in Deutschland dann auch von 49 auf 69 Euro im Jahresabo. Die Vorteile des kostenpflichtigen Dienstes liegen für Kunden in einer schnellen und kostenfreien Lieferung von Prime-Produkten oder auch einem inkludierten Streaming-Angebot rund um Filme und Serien auf Amazon Video sowie von Musik.

Preiserhöhung auch in Deutschland?

Ob, wann und in welchen Rahmen die Preise für Amazon Prime auch in Deutschland angehoben werden, ist noch nicht bekannt. „Wir werden das von Land zu Land entscheiden“, zitiert das Handelsblatt den amtierenden Amazon-Chef und Bezos-Nachfolger Andy Jassy.

Allerdings dürfte der Konzern auch hierzulande mit hohen Ausgaben im Bereich Personal sowie der letzten Meile kämpfen. Hinzu kommt der Druck auf dem Streaming-Markt: Im Kampf mit dem Konkurrenten Netflix ist Amazon erpicht, neue und exklusive Inhalte zu bieten. Und das kostet Geld. 

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/ Geschrieben von Tina Plewinski