Der Kleinkrieg zwischen zwei der reichsten Menschen der Welt – Jeff Bezos und Elon Musk – geht in eine neue Runde.

Tesla-Chef Elon Musk 2013 in Los Angeles
Kathy Hutchins / Shutterstock.com

Ob beim Thema Reichtum, Weltraumprojekte, Firmenübernahmen oder Personal: Immer wieder bekommen sich Tesla-Chef Elon Musk und Amazon-Gründer Jeff Bezos in die Haare. Selbst eine Zerschlagung von Amazon hatte Musk in der Vergangenheit schon gefordert. Nun gehen die Sticheleien weiter. Im Zentrum steht dieses Mal die neue Fantasy-Serie „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“, die Amazon unter großem Kosteneinsatz auf die Beine gestellt hat.

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter schrieb Musk über den Autoren der berühmten Buchvorlage: „Tolkien dreht sich im Grab um“. Und nicht nur das: Auch die Ausgestaltung der Figuren scheint Musk wenig zu gefallen: „Fast jeder männliche Charakter ist bisher ein Feigling, ein Idiot oder beides. Nur Galadriel ist mutig, klug und nett“, schreibt er in einem weiteren Tweet.

Amazon hat Bewertungsprozess verändert

Über die neue Amazon-Serie wurde bereits vor Monaten heiß diskutiert, in nicht wenigen Fällen artete dies zu unerbittlichen Streitigkeiten aus: Zwischen brennender Vorfreude, Hoffnung auf eine gelungene Umsetzung und komplette Ablehnung schon vor dem Start war so ziemlich alles dabei.

Die vielen negativen Kommentare dürften auch der Grund gewesen sein, weshalb Amazon bei „Die Ringe der Macht“ nun eine besondere Strategie rund um die Nutzerbewertungen gewählt hat: Zuschauerinnen und Zuschauer haben in aller Regel zeitnah die Möglichkeit, neue Veröffentlichungen zu bewerten. Laut Variety gab es im Sommer eine Grundsatzentscheidung, dass Rezensionen erst nach einem Zeitraum von rund 72 Stunden veröffentlicht werden. Dies gebe dem Konzern genügend Zeit, die Bewertungen zu prüfen.

Keine Macht den Trollen

Doch auch fünf Tage nach dem Start der neuen  „Herr der Ringe“-Serie gibt es noch keine einzige Bewertung über den Streaming-Dienst Prime Video. Wie Spiegel Online mit Verweis auf US-Portale berichtet, „will Amazon den vergleichsweise langen Prüfzeitraum nutzen, um Kommentare von Bots auszufiltern, ebenso aber vermeintlich witzige Troll-Postings und Kommentare, die in die Kategorie ,Review Bombing‘ fallen“. 

 

Beim sogenannte Review Bombing handelt es sich um eine Strategie, bei der zahlreiche Nutzerinnen und Nutzern mit mehreren Konten immer neue negative Bewertungen online stellen, um ein Produkt, einen Service oder ein sonstiges Angebot zu verunglimpfen.

Negative Bewertungen stehen potenziellen Rekorden im Weg

Sichtbar werde der Trend zum negativen Bewertungssturm auch bei anderen Bewertungsportalen wie Metacritic.com, wo die Nutzer die Serie im Schnitt mit 2,5 von 10 Punkten bewerten. Die Gesamtbewertung der Profi-Kritiken liegt aktuell bei 71 von 100 Punkten (Stand: 07.09.2022, 13:15 Uhr). Das Filmportal IMDB weist eine Kundenbewertung von 6,8 von insgesamt 10 Punkten aus, was gleichzeitig auch zeigt, wie unterschiedlich die Serie wahrgenommen wird.

Die verzögerte Darstellung der Kritiken wird auch als „Business-Entscheidung“ eingestuft: „Gerade bei aufwendigen Eigenproduktionen besteht für den Konzern das Risiko, dass mittelmäßige Bewertungen einen Teil eigentlich interessierter Prime-Abonnenten davon abhalten, sich selbst ein Bild von dem neuen Inhalt zu machen“, schreibt der Spiegel weiter. Gerade wenn es darum gehe, Zuschauerrekorde zu brechen, sei dies ein massives Hindernis. 

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/ Geschrieben von Tina Plewinski




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