Für Amazon könnten die Neuerungen bei Prime Video äußerst lukrativ sein.

Werbung bei Prime Video: Fernbedienung von Amazon
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Amazon wird künftig Werbung bei Prime Video einspielen. Diese Nachricht kam bei vielen Nutzerinnen und Nutzern nicht gut an. Besonders ärgerlich sei, dass Amazon eine neue werbefreie Version des Streaming-Dienstes anbieten wird, die allerdings zusätzliche Kosten verursacht. Kurz gesagt: Wer keine Werbung sehen will, muss draufzahlen.

Nun gibt es erste Einschätzungen, nach denen Amazon mit den Änderungen viel Geld generieren könnte: Laut einer Analyse der Bank of America könnte Amazon.com Inc. mit der Videowerbung pro Jahr bis zu fünf Milliarden Dollar einnehmen, berichtet das Nachrichtenportal Bloomberg.

Einnahmen durch Werbung und Abos

Die zusätzlichen Einnahmen würden sich demnach aus zwei Richtungen speisen: Durch die Zahlung von Werbetreibenden, die ihre Werbung über den Streaming-Dienst Prime Video ausstrahlen wollen, könnte Amazon in diesem Jahr rund drei Milliarden Dollar einnehmen. Hinzu kommen jene Gebühren, die Nutzerinnen und Nutzer für ein Zusatz-Abo zahlen, um sich die Werbung zu ersparen: Diese könnten sich laut den Erwartungen auf zusätzlich rund 1,8 Milliarden Dollar summieren.

Eine große Mehrheit der Nutzerschaft wird der Konzern allerdings wohl nicht vom neuen Angebot überzeugen können: „Die Schätzung geht davon aus, dass sich 70 Prozent der Prime-Abonnenten dafür entscheiden, Werbung zu sehen, anstatt die Gebühr zu bezahlen“, heißt es weiter.

So können sich Prime-Kunden von Werbung freikaufen

Während Amazon die Werbeeinblendungen im Heimatmarkt USA bereits Ende Januar starten wird, ist der Starttermin für Deutschland auf den 5. Februar 2024 festgesetzt. Das Zusatz-Abo, mit dem sich hiesige Nutzerinnen und Nutzer von Werbung freikaufen können, wird pro Monat mit 2,99 Euro zu Buche schlagen. Eine Voranmeldung für die werbefreie Variante ist bereits jetzt möglich, wobei die entsprechende Abrechnung erst ab Februar erfolgen soll.

In Ungnade ist Amazon gerade auch deshalb gefallen, weil die Zusatzkosten für Werbemuffel vergleichsweise hoch sind: Für Monatszahler einer Prime-Mitgliedschaft steigen die Kosten somit von 8,99 Euro auf 11,98 Euro pro Monat, was einem Plus von 33 Prozent gleichkommt. Nochmal höher liegt der Preisanstieg bei den Jahreszahlern, bei denen die bisherigen Kosten von rund 90 Euro auf fast 126 Euro – also um 39,9 Prozent – steigen.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

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Geschrieben von Tina Plewinski

Kommentare

#1 NoPrimeDay 2024-01-14 13:09
Amazon hat die 5 Milliarden Euro zusätzlich vermutlich auch dringend nötig... Was für ein Schlag ins Gesicht diese Summe für die Menschen in den Lagern sein muss.



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