Zusätzlich wird der europäische Markt fortan in etablierte und aufstrebende Länder unterteilt.

Amazon Prime Logo auf Smartphone
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Zwar bestätigte Amazon Prime Video erst Mitte letzten Jahres, dass nicht-englischsprachige Filme und Serien sich mittlerweile größter Beliebtheit erfreuen. Doch davon scheint nicht jeder Markt gleichermaßen betroffen zu sein. Im Rahmen einer größeren Umstrukturierung seiner Prime Studios kündigte das Unternehmen jetzt an, sich aus Afrika und dem Mittleren Osten vollständig zurückzuziehen, wie das Branchenportal Deadline berichtete. Bereits bestätigte Projekte würden zunächst weiter produziert, neue Projekte jedoch nicht mehr in Betracht gezogen. Die Kursänderung geht auch mit personellen Änderungen einher.

Erfolgsversprechende Formate stehen im Fokus

Die Informationen stammen aus einem internen Memo, welches Barry Furlong, Vizepräsident und Geschäftsführer für die EMEA Region, mit den Mitarbeitenden vergangene Woche teilte. Laut diesem Memo, welches Deadline vorlag, stellt die Umstrukturierungen im hiesigen Wirtschaftsraum vor allem eine Neuausrichtung von Ressourcen dar. Dabei sollte der Fokus künftig auf Projekten liegen, welche den langfristigen Erfolg versprechen würden.

Offenbar scheinen derartige Projekte eher in Europa als Afrika oder dem Mittleren Osten zu liegen. Denn dort sollen künftig keine neuen Film- oder Serienprojekte mehr geplant und produziert werden. Für einige afrikanische Projekte, wie beispielsweise den südafrikanischen Ableger des beliebten Comedy-Formats „LOL: Last One Laughing“ oder die nigerianische Comedy-Show „Ebuka Turns Up Africa“ sind aktuell bereits Verträge unterschrieben. Diese sollen wie geplant weiter produziert werden.

Der Rückzug hat auch einige personelle Konsequenzen: Gideon Khobane, Geschäftsführer von Prime Video Afrika, soll beispielsweise seinen Posten räumen. Wie vielen Personen insgesamt gekündigt wird, ist aktuell jedoch nicht bekannt.

 

Europa wird in etablierten sowie aufstrebenden Markt unterteilt

Aber auch auf dem erfolgreichen europäischen Markt sollen die Dinge anders laufen. So wird dieser künftig in zwei Abteilungen unterteilt: Unter dem Zweig „EU Established“ leitet die Französin Brigitte Ricou-Bellan künftig die Märkte Großbritannien, Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien.

Die kleineren Märkte rund um die Benelux-Staaten, Skandinavien sowie Zentral- und Osteuropa werden unter der Führung von Ritchie Ordonez als Abteilung „EU Emerging“ geführt. Die beiden Führungspersönlichkeiten waren bereits zuvor für Teile ihrer neuen Aufgabenbereiche zuständig und haben künftig die absolute Kontrolle über die neu definierten Regionen. Hinsichtlich der absehbaren Wachstumschancen sollen künftig verstärkt Gelder in neue Projekte der „EU Emerging“-Länder fließen.

Unternehmerischer Frühjahrsputz

In Unternehmen wird der Jahresanfang oft zum Anlass genommen, neue Wege zu gehen und Strukturen umzustellen. Das zeigt sich aktuell auch bei Amazon, wo die nun öffentlich gewordenen Umstrukturierungen bei Prime Video nicht die ersten ihrer Art im neuen Jahr darstellen. So wurden bei Prime Video und dem dazugehörigen MGM Studio bereits mehrere Hundert Stellen gestrichen worden sein.

Auch beim Streamingdienst Twitch sowie kurz darauf beim Hörbuchdienst Audible wurden Kürzungen veranlasst. Die Änderungen scheinen dabei nicht nur auf Kostenersparnis ausgerichtet zu sein. Gerade die neu aufgeteilten Abteilungen innerhalb Europas deuten auf einen grundsätzlichen Strategiewechsel hin. Zwar hatte Amazon im letzten Jahr den Wert nicht-englischsprachiger Originals anerkannt, doch kommt es hierbei offensichtlich auch darauf an, in welchen Märkten mit diesen Geld zu machen ist.

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Artikelbild: http://www.depositphotos.com

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Geschrieben von Ricarda Eichler




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