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Die Corona-Pandemie hat unter anderem die Modebranche finanziell stark getroffen. Amazon will Designern und Labels nun in Kooperation mit der Vogue einen neuen Absatzkanal bieten. 

Vogue Magazin-Cover
PippiLongstocking / Shutterstock.com

Die Modeindustrie ist durch die Corona-Pandemie stark getroffen, Umsätze gingen zurück und Geschäftsschließungen bedrohen die Existenz. Das betrifft auch verschiedene Designer aus dem High-Fashion-Bereich. Um diese zu unterstützen, riefen das bekannte US-Modemagazin Vogue und der Council of Fashion Designers of America (CFDA) die Initiative „A Common Thread“ ins Leben, um kleinere und mittlere Modeunternehmer mit kleineren Zuschüssen zu unterstützen. Auch Amazon beteiligte sich hier mit einer Spende von 500.000 Dollar – und mit Hilfe für den Online-Verkauf der Luxusmode. 

Online-Shopping als Ausweg für Fashion-Labels

Denn neben der finanziellen Hilfe hat Amazon in Kooperation mit der Vogue kurzerhand auch die Online-Verkaufsplattform „Common Threads, Vogue x Amazon Fashion“  auf die Beine gestellt. 

Screenshot Vogue X Amazon Common Thread
Screenshot Vogue X Amazon Common Thread

Dieses „digitale Schaufenster“ auf dem Amazon-Marktplatz soll es Designern ermöglichen, während der Pandemie Einkommen zu generieren. Gegenüber der Vogue sagte etwa US-Designer Derek Lam, die Online-Shopping-Option sei ein „Rettungsanker, für den ich so dankbar bin, ihn zu haben“. Zustimmung erhielt die Plattform dem Bericht nach auch von Victor Glemaud: „Ich weiß nicht, wann sich das ändern wird. Als ich davon hörte, dachte ich: ,Wenn es etwas einbringt, okay, los geht’s‘.“ 

Mehr Wert für Amazon als für die Marken?

Allerdings würde Amazon mit dieser Initiative die Fashion-Welt nicht retten, bewertet die E-Commerce-Agentur Marketplace Pulse zum Vorstoß des Marktplatz-Riesen: „Leider ist die Initiative nichts anderes als eine Landing Page, die Links zu einigen wenigen kuratierten Produktkollektionen enthält. Sie schafft mehr Wert für Amazon als für die Marken“, kritisiert Agentur-Gründer Juozas Kaziukenas. High-End-Artikel könnten seiner Expertise nach nicht so leicht durch die Suche entdeckt werden. Zudem passe eine einfache Listung der Artikel nicht zur typischen Darstellung, über die sich Luxus-Mode ebenfalls verkaufe. Dem typischen, dafür notwendigen Storytelling und der Bildsprache würde Amazons Layout hier weniger gerecht. 

Die Unterstützung von Amazon scheint zumindest eher spontan erfolgt zu sein. Vogue-Chefredakteurin Anna Wintour dankte dem Unternehmen dafür, „dass es seine Ressourcen so schnell zur Verfügung gestellt hat, um von der Pandemie betroffenen amerikanischen Designern zu helfen“ und glaubt, das Vorhaben sei ein „wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, wie die Vogue schreibt. Des Weiteren würden die kleineren amerikanischen Marken so in den riesigen Kundenstamm von Amazon eingeführt werden. 

Auf der anderen Seite erhält Amazon auf diese Weise Kontakt zu Designern, die sie bereits länger umwerben, so der Marketplace-Pulse-Chef. Erst im Februar hatte Amazon auch seine ganz eigene Luxusmode-Plattform namens „VRSNL“ gestartet, für deren Erfolg erfolgreiche Kooperationen von Amazon und Designern sicherlich auch förderlich wären. 

/ Geschrieben von Hanna Behn





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