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Wenn es nach Amazon geht, soll Twitch zumindest regional ein bisschen weiter in die Musikecke verlagert werden.

Twitch: Gamer an einem PC
DisobeyArt / Shutterstock.com

Als Amazon im Jahr 2014 eine satte Milliarde hinlegte, um die Streaming-Plattform Twitch zu übernehmen, war das Interesse an dieser Entwicklung enorm. Gamern bietet das Portal die Möglichkeit, hier live ihren digitalen Abenteuern in Spielen wie „Call of Duty“, „Fortnite“ oder „Minecraft“ nachzugehen und dies für Zuschauer zu streamen. Doch das Potenzial von Twitch ist noch um einiges größer: Im Rahmen der Übernahme wurde beispielsweise gemunkelt, dass Amazon mit dem Portal eine mögliche Konkurrenzplattform zu Googles YouTube aufbauen will.

In den vergangenen Jahren ist die Bandbreite an Inhalten auch breiter geworden, sodass die Streams nicht mehr immer nur einen zwingenden Bezug zu Videospielen haben, sondern auch in die musikalische, künstlerische oder popkulturelle Richtung gehen. Und genau diese Entwicklung hin zu einem breiteren Angebot auch an Nicht-Gaming-Inhalten will Amazon nun offenbar weiter vorantreiben.

Twitch: Größtes Wachstum im Musikbereich

Im asiatisch-pazifischen Raum soll Twitch künftig noch weiter in die Musikecke verlagert werden. Dies habe eine leitende Angestellte gegenüber Cnbc kommentiert: „In der Musik sehen wir das größte Wachstum, und da ich von Spotify komme, liegt mir dies sehr am Herzen“, wird Sunita Kaur, Senior Vice President der Region bei Twitch aus einem Interview zitiert. 

Kaur selbst war mehr als sechseinhalb Jahre bei Spotify tätig und kennt sich dementsprechend im Metier aus. „Wir werden definitiv mehr Zeit damit verbringen, viel, viel enger mit der Musikindustrie im asiatisch-pazifischen Raum zusammenzuarbeiten.“

Wachsende Bedeutung von K-Pop im asiatischen Raum

Grundsätzlich entwickeln sich die Geschäfte von Twitch im asiatisch-pazifischen Raum ziemlich gut: Wie es weiter heißt, ist Twitch in wichtigen Märkten wie Japan und Südkorea, Taiwan und Australien gewachsen. Außerdem stehe der Raum Südostasien kurz vor dem Start.

Und auch zu inhaltlichen Aspekten gab Kaur mehr Einblicke: So verwies sie etwa auf die wachsende Bedeutung von K-Pop – also koreanischsprachiger Popmusik, die sich analog zum japanischen J-Pop etabliert habe. Die Beliebtheit von K-Pop sei in den vergangenen Jahren signifikant gestiegen, sodass Twitch seinen Nutzern auch an dieser Stelle mehr Inhalte bereitstellen wolle. Auch immer mehr Künstler und Labels aus dem musikalischen Bereich würden sich an Twitch wenden, um ein bisschen mehr über gemeinsame Potenziale herauszufinden.

5 Milliarden Stunden in einem Quartal

Gerade in Zeiten der Coronapandemie ist die Nutzung vieler Streaming-Dienste angestiegen. Auch Twitch konnte davon profitieren und zeigt ein enormes Wachstum auf: Während das Portal für das erste Quartal noch 3 Milliarden gestreamter Stunden verzeichnete, wuchs diese Zahl für das zweite Quartal 2020 auf mehr als 5 Milliarden Stunden an, was gegenüber dem Vorjahr einem Zuwachs um satten 80 Prozent entspreche.

Dies dürfte sich auch auf den Wert von Twitch auswirken. Nach Angaben von Cnbc, die sich auf einen Analysten stützen, werde das Unternehmen mittlerweile auf etwa 15 Milliarden US-Dollar geschätzt.

/ Geschrieben von Tina Plewinski