Können Videospiele das angestaubte Image des Hollywood-Studios MGM retten?

Videospiele: Spieler mit Controler in den Händen
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Sollte die Übernahme nicht doch noch durch Kartellwächter gestoppt werden, so hat sich der Online-Riese Amazon mit MGM (Metro-Goldwyn-Mayer) ein überaus traditionsreiches Hollywood-Studio gesichert. Nun scheint MGM auch Interesse daran zu haben, das eigene Image ein wenig aufzupolieren und sich in der Außendarstellung zu verjüngen. Gelingen soll dies überraschenderweise mithilfe von Videospielen.

MGM bietet zahlreiche Franchises mit Potenzial

Wie das Techportal Caschys Blog mit Verweis auf GamesIndustry berichtet, will das Management des Hollywood-Studios Videospiele dazu nutzen, „in Vergessenheit geratene Franchises wieder ins Rampenlicht zu bugsieren“. Und solche Franchises hat MGM wahrlich zur Genüge: Namentlich zu nennen wären hier mindestens Werke wie die Agenten-Reihe James Bond, die Boxer-Filme rund um Rocky oder auch der Klassiker Robocop, denen man als Games neues Leben einhauchen könnte.

Robert Marick, ausführender Vizepräsident für das internationale Parkett, sei demnach der Meinung, dass Videospiele in der Welt der Hollywood-Studios viel zu lange vernachlässigt wurden. Gerade jüngere Menschen hätten über Spiele jedoch häufig einen ersten Kontakt mit Marken. Als Beispiel werde hier etwa „Spider-Man“ von Insomniac herangezogen, denn viele Kids seien erst durch die Games „Marvel’s Spider-Man“ und „Marvel’s Spider-Man: Miles Morales“ mit der Welt des Spinnen-Superhelden Peter Parker in Kontakt getreten – und nicht etwa durch die älteren Filmreihen oder Serien-Adaptionen.

Videospiele eher als langfristige Projekte

Eine ähnliche Erfolgsstory wie mit den Spiderman-Videospiel-Ablegern wünscht sich Marick offenbar auch für Franchises aus dem Hause Metro-Goldwyn-Mayer. „Man wolle eine Art modernisierte Nostalgie erreichen, also den alten Marken treu bleiben, sie aber über ein modernes Medium neu aufrollen“, heißt es auf Caschys Blog weiter.

Bei der Art der anvisierten Spiele, ob mobiles Game für Smartphone und Tablet, oder Videospiel für PC und Konsolen gibt es offenbar noch keine Präferenz. Die müsse man je nach Marke individuell entscheiden und ausrichten. Ziel ist es demnach, die Marken hochwertig zu präsentieren und durch gut durchdachte, langfristige Projekte aufzuwerten und zu stärken und nicht etwa durch überstürzte Pläne zu verramschen.

/ Geschrieben von Tina Plewinski