Einige Nutzer von Amazons Musikdienst Music Unlimited müssen künftig tiefer in die Taschen greifen.

Amazon-Musik-App auf einem Smartphone
Koshiro K / Shutterstock.com

Amazon erhöht die Preise seines hauseigenen Musik-Streaming-Dienstes Music Unlimited. Betroffen sind dabei allerdings nur Nutzerinnen und Nutzer, die nicht zugleich auch Mitglieder von Amazons Kundenbindungsprogramm Prime sind, denn für die Stammkunden bleiben die Kosten weiterhin gleich: Sie zahlen für das Einzelabonnement auch künftig 9 Euro pro Monat.

Preiserhöhung soll Mitte Februar greifen

Die neuen Preise, über die Amazon seine Kundinnen und Kunden via E-Mail benachrichtigt, sollen bereits ab dem 21. Februar in Kraft treten. Konkret werden folgende Abos teurer:

  • Einzelmitgliedschaft ohne Prime-Abo steigt von 9,99 Euro auf 10,99 Euro im Monat
  • Studentenmitgliedschaft ohne Prime-Abo steigt von 4,99 Euro auf 5,99 Euro im Monat
  • Familienmitgliedschaft ohne Prime-Abo steigt von 14,99 Euro auf 16,99 Euro im Monat bzw. von 149 Euro auf 169 Euro im Jahr

Für bestehende Verträge soll die Kostenanpassung nach Informationen von Heise Online dann jeweils zum nächsten Abrechnungszeitraum erfolgen. 

Amazon argumentiert mit gestiegenen Kosten

Notwendig sei Preiserhöhung, da man den Kundinnen und Kunden nur so „unseren Service in der üblichen Qualität anbieten“ könne, heißt es auf Amazons Unternehmensseite. Laut Heise habe der Konzern in einer Nachricht an die Nutzerschaft betont, dass die Kosten für den Musikdienst in den letzten drei Jahren deutlich gestiegen seien – und zwar sowohl im Bereich Musik als auch abseits der eigentlichen Inhalte. 

Im Vergleich mit dem Jahresbeginn 2019 verzeichnen die Kosten für Personal sowie technische Infrastruktur ein Plus in Höhe von rund 41 Prozent pro Kunde. Ein Blick auf die Lizenzierungskosten für die Musikinhalte offenbare einen Anstieg um fast 11 Prozent pro Kunde. Daneben gebe es sowohl wettbewerbliche als auch regulatorische Anforderungen, denen man mit dem Preisanstieg Rechnung tragen würde. Alles in allem habe sich das Kostenplus pro Kunde seit 2019 damit auf fast 17 Euro summiert. 

Änderungen beim Musikdienst sorgen für viel Kritik

In den vergangenen Wochen und Monaten hatten Änderungen an Amazons Musikdienst bereits scharfe Kritik ausgelöst: Im November 2022 informierte das Unternehmen seine Kundinnen und Kunden über Neuerungen, die – laut Amazon – eine große Verbesserung darstellen würden: Statt bisher auf 2 Millionen Songs könnten Amazon-Prime-Mitglieder künftig werbefrei auf mehr als 100 Millionen Songs kostenfrei zugreifen.

Das Problem dabei: Die Song-Auswahl ist seitdem nur im Shuffle-Modus nutzbar. Gewünschte Alben und Playlists werden also nur noch in zufälliger Reihenfolge wiedergegeben. Und auch, wenn ein bestimmter Künstler oder eine konkrete Künstlerin gespielt werden soll, werde der Wunsch von Alexa nicht immer erfüllt, sondern Lieder „ähnlicher“ Musiker gespielt. Zu guter Letzt schränkte Amazon auch die Möglichkeit zum Skippen der Lieder ein.

Viele Nutzerinnen und Nutzer haben sich seit den Anpassungen über die zufällige Wiedergabe kritisch geäußert. Der Vorwurf: Durch die Neuerungen sei der Musikdienst für zahlende Prime-Kunden sehr viel schlechter geworden.

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Geschrieben von Tina Plewinski

Kommentare

#1 Klaus 2023-01-24 19:09
Ein weiteres großes Problem dabei ist, dass ich seit der November-Umstel lung auch viele meiner GEKAUFTEN Alben nur noch im Zufallsmodus abspielen und nicht mehr downloaden kann!
Mehrfache Anfragen ans Serviceteam haben nur unsinnige Antworten gebracht: zuerst "Problem ist bekannt, wir arbeiten dran, bitte etwas Geduld" bis hin zu "mal xy ausprobieren" mit Tipps die mir zeigten, dass die Antwortenden keine Ahnung haben.
Die Amazon-Communit y quillt über von Beschwerden wie meiner, dass der Zugriff aufs für Geld erworbene Eigentum verwehrt wird.
Über mein Sonos-System werden sogar die gekauften Alben, die in App/PC noch funktionieren, nur noch im Shuffel abgespielt, oder halt völlig andere Künstler. Sonos ist damit für Prime Music gar nicht mehr nutzbar.
Ein Riesenskandal und Amazon reagiert selbst auch technische Beschwerden nur mit Ignoranz.



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