Amazons eigene Serien sollen die Prime-Mitgliedschaft attraktiver machen. Doch um Menschen dazu zu bewegen, das Premium-Abo abzuschließen, um die eigenen Serien in Amazon Instant Video gucken zu können, müssen diese entsprechend überzeugen.

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Im August hat Amazon fünf eigenproduzierte Piloten vorgestellt und will die Zuschauer entscheiden lassen, welche von diesen Serien letztendlich produziert wird. Die zwei einstündigen Thriller und die drei halbstündigen Sitcoms, können auf ein beachtliches Personal zurückgreifen: Als Regisseure standen unter anderem Whit Stillman (Metropolitan) und Marc Forster (James Bond: Ein Quantum Trost; World War Z) zur Verfügung. In den Reihen der Schauspieler finden sich ebenfalls große Namen.

 

Gute Eigenproduktionen könnten mehr Prime-Kunden bringen


Businessweek vermutet, dass Amazons Bemühungen im TV-Sektor dazu dienen sollen, die Prime-Mitgliedschaft attraktiver zu machen. Schließlich geben Prime-Kunden mehr Geld im Online-Shop aus, als normale Kunden. „Wenn sie keine Serien anschauen, bestellen sie Küchenuntensilien“, so Bloomberg. Ein Mittel, um mehr Kunden für die Prime-Mitgliedschaft begeistern zu können, ist der hauseigene Streamingdienst Instant Video. Schließlich ist dieser günstiger als die Konkurrenten Netflix und Hulu.

Doch das Angebot von Instant Video ist nur interessant, wenn die Serien überzeugen können. Amazons Eigenproduktionen müssen dafür regelrecht zu Hit-Shows werden. Kann das Unternehmen von Jeff Bezos dieses Ziel erreichen? Bloomberg wertet den Thriller Hand of God im Moment als stärkstes Pferd im Serien-Stall.

Sehr unterschiedliche Qualität der Serien


Abgesehen von dieser Serie mangele es den anderen Serien an Qualität und Eigenständigkeit. So zeiche sich die Sitcom Red Oaks vor allem durch die vielen Klischees aus, die das Setting im Jahr 1985 unterstreichen sollen. Währenddessen lässt die Komödie Really einen Plot gänzlich vermissen – Hauptdarsteller Jay Chandrasekhar könne bei allem Charme da auch nichts mehr retten.

Die übrigen beiden Serien, The Cosmopolitans und der Thriller Hysteria konnten noch weniger überzeugen. Während erstere Serie den Plot von Stillmans Metropolitan nach Paris verfrachte, verlasse sich Hysteria auf die unheimliche (und thematisch passende) Wirkung von sozialen Medien.

Die Kritik von Mashable ist insgesamt zwar etwas gnädiger, stellt aber ebenfalls Hand of God als überzeugendste Serie heraus. Neben der „interessanten Prämisse“, zeichne die Serie sich vor allem durch die hochkarätige Besetzung, darunter Ron Perlman (Sons of Anarchy, Hellboy) aus.

Amazon hält sich wie gewohnt bedeckt, wenn es um Einschaltquoten geht. Dem Unternehmen dürfte aber sehr daran gelegen sein, gute Serien zu produzieren, um das Instant Video Programm aufzuwerten.

 

/ Geschrieben von Michael Pohlgeers