Der Super Bowl 2018 ist Geschichte und mit ihm auch etliche aufwendig produzierte Werbespots, die Millionen Menschen auf der ganzen Welt erreichten. Auch ein Werbespot von Amazon war zu sehen, der Alexa in den Fokus rückte. Amazon sorgte im Vorfeld des Sportereignisses dafür, dass die Sprachassistentin während der Ausstrahlung nicht versehentlich aktiviert wird.

Lady bittet um Ruhe

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Vor etwas mehr als einem Jahr brachte ein Nachrichtensprecher Amazon gehörig ins Schwitzen: Jim Patton von der News-Sendung CW6 berichtete über den Fall eines kleinen Mädchens, das mithilfe der Sprachassistentin Alexa versehentlich ein Puppenhaus und kiloweise Kekse bestellt hatte. „Ich liebe dieses kleine Mädchen, wie sie sagt ‚Alexa hat mir ein Puppenhaus bestellt’“, so Patton. Doch genau dieser Satz sorgte dafür, dass Alexa abermals in zahlreichen Haushalten den Gegenstand bestellen wollte, da Patton die relevanten Schlüsselwörter verwendete.

Um ein derartiges Albtraumszenario in Zukunft zu vermeiden, hat sich Amazon für die Ausstrahlung des diesjährigen Super-Bowl-Werbespots etwas Spezielles ausgedacht. Kein Wunder – schließlich würde eine derartige Kettenreaktion gerade beim Super Bowl zum absoluten Fiasko führen, denn das sportliche Großereignis verfolgen in jedem Jahr Hunderte Millionen Zuschauer.

Alexa soll durch veränderten Frequenzbereich weiterschlafen

Bloomberg zufolge konnte sich Amazon bereits im September 2014 ein Patent sichern, das genau für solche Fälle gedacht ist und sich „Audio command filtering“ nennt. Es beschreibt Techniken, die Alexa daran hindern sollen, „im Rahmen einer Übertragung [aufzuwachen], die von einer großen Masse an Menschen gesehen wird“, wie eben einem populären Sport-Event.

Amazon selbst hält sich zu den eingesetzten Techniken größtenteils bedeckt. Doch wie laut Onlinehändler-News.de ein findiger Reddit-User mit dem Pseudonym „aspyhackr“ herausgefunden haben will, wurden die Alexa-Werbespots im Frequenzbereich 3.000Hz bis 6.000Hz verändert, was für das menschliche Ohr kaum wahrzunehmen ist – ganz im Gegensatz zu Alexa, die dadurch erkennt, dass es sich eben nicht um einen Befehl handelt, den sie ausführen soll.

„Akustische Fingerabdrücke“ als weitere Technik

In einem Blog-Eintrag bestätigt Amazon, sich intensiv mit dem „ungewollten Ausführung von Befehlen durch Alexa“ auseinanderzusetzen. Dabei erwähnt das Unternehmen, dass es erhebliche Unterschiede zwischen einem organisierten Event wie dem Super Bowl und einer vermeintlich spontanen Alexa-Erwähnung im Fernsehprogramm, beispielsweise während eines StandUp-Programms, existieren.

Während sich Amazon bei ersterem bewusst darauf vorbereiten kann, dass Alexa zu einem bestimmten Zeitpunkt erwähnt wird, kann es bei letzterem auch „unbewusst“ geschehen. In dem Fall setzt Amazon auf „akustische Fingerabdrücke“ innerhalb der AWS-Cloud. Sobald also viele verschiedene Geräte zum gleichen Zeitpunkt gestartet werden, wird auch das gleiche Signal an die Server geschickt. Ein Algorithmus entdeckt daraufhin die übereinstimmenden Audio-Daten und hindert die Geräte daran, zu reagieren. Das System soll noch nicht in sämtlichen Fällen, aber zumindest in 80 bis 90 Prozent der Einsätze funktionieren.

 

/ Geschrieben von Christian Laude




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