Amazon pusht seine innovative Bezahlmöglichkeit, die es Kundinnen und Kunden erlaubt, ihre stationären Einkäufe mit dem Scannen ihrer Hand zu bezahlen.

Scan einer Handfläche
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„Amazon One“ heißt die Bezahloption des Online-Riesen, die es Kundinnen und Kunden seit einigen Jahren erlaubt, Produkte mit dem bloßen Scannen ihrer Hand zu shoppen. Kein Kleingeld-Suchen, kein Pincode-Vergessen – einfach ein Zeigen der Handfläche und schon sind die Einkäufe beglichen. 

Möglich ist dies seit dem Jahr 2020, als Amazon die Payment-Option in kassenlosen Supermärkten der Marke Amazon Go verfügbar machte. Später folgte die Implementierung in weiteren, ausgewählten stationären Geschäften wie Filialen der hauseigenen Bio-Supermarktkette Whole Foods, im brandneuen Modegeschäft Amazon Style sowie in einigen Amazon Fresh-Läden. 

Nun soll das Konzept weiter expandieren: Konkret wird Amazon die Bezahlung mittels Handfläche in mehr als 65 Whole-Foods-Läden im Bundesstaat Kalifornien möglich machen, berichtet TechCrunch

Amazon stellt Handflächen-Zahlung auch externen Firmen zur Verfügung

Um die Handfläche von Kundinnen und Kunden quasi zur biometrischen Kreditkarte zu machen, müssen sich die Nutzer, die damit einverstanden sind, zuvor für den Dienst registrieren. Die eingesetzte Technologie erkennt dabei Oberflächendetails der Hand, wie beispielsweise Venenmuster oder auch Rillen und Linien. Mithilfe dieser detaillierten Informationen wird eine individuelle Handflächensignatur möglich, die sich den einzelnen Shopperinnen und Shoppern zuordnen lässt.

Diese Technologie soll künftig nicht nur im eigenen Unternehmenskosmos von Amazon zur Anwendung kommen, sondern auch externen Firmen zur Verfügung gestellt werden. So hatte der US-amerikanische Ticket-Dienstleister AXS im Herbst letzten Jahres angekündigt, das Bezahlsystem im Red Rocks Amphitheatre in Denver, Colorado bereitzustellen, sodass Konzertbesucher ihre Tickets dann direkt vor Ort bezahlen könnten.

Kritiker fürchten um die Sicherheit der Daten

Als unkritisch wird Amazon One jedoch nicht betrachtet. Während Amazon in der Vergangenheit mehrfach auf die Sicherheit des Systems und die hohen Sicherheitsmaßnahmen verwies, zeigen sich Sicherheitsforscher kritisch: So konnten etwa Systeme zur Identifizierung eines Venenmusters von Spezialisten bereits umgangen werden. Auch die Erhebung, Verarbeitung und Speicherung sensibler biometrischer Daten der Kundinnen und Kunden seien mit Risiken verbunden.

Dies sind Bedenken, die sogar schon die Politik erreicht haben: „Im Gegensatz zu biometrischen Systemen wie Apples Face ID und Touch ID oder Samsung Pass, die biometrische Informationen auf dem Gerät eines Nutzers speichern, lädt Amazon One Berichten zufolge biometrische Informationen in die Cloud, was einzigartige Sicherheitsrisiken birgt“, hatten US-Senatoren ihre Skepsis in einem Brief formuliert. Insbesondere, wenn es „um unveränderliche Kundendaten wie Handabdrücke“ gehe, sei Datensicherheit von fundamentaler Bedeutung.

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/ Geschrieben von Tina Plewinski