Amazons Sprachassistenz soll älteren Menschen beispielsweise in Pflegeheimen den Alltag und den Kontakt zu ihren Angehörigen erleichtern.

Jüngere Hand hält Hand älterer Person mit Krückstock
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Mittels der sogenannten Alexa Smart Properties können Betreuungseinrichtungen für Seniorinnen und Senioren in Deutschland künftig Amazons Sprachassistentin integrieren. „Wir glauben, dass die intuitive, sprachgesteuerte Nutzung von Alexa älteren Menschen in vielen Situationen innerhalb und außerhalb des Hauses helfen kann", erläutert Meryem Tom, Director Alexa Enterprise EU, in der entsprechenden Ankündigung. 

Die Lösung könne das Personal in den entsprechenden Betreuungsunterkünften unterstützen, während gleichzeitig mehr Raum für eine individuelle Betreuung ermöglicht werde.

So soll Alexa ältere Menschen im Alltag unterstützen

Gleich mehrere praktische Funktionen soll Alexa in den Einrichtungen erfüllen: Pflegekräfte sollen über die Geräte etwa Durchsagen sowie Sprach- und Videoanrufe realisieren können. Amazon wirbt damit, dass dies eine effizientere Kommunikation mit den Bewohnerinnen und Bewohnern ermöglichen könne. Als weiteren praktischen Faktor hebt der Tech-Konzern hervor, dass auf passenden Echo Show-Geräten auch Aktivitäten, Menüs und Erinnerungen angezeigt werden können.

Die Sprachassistenz soll den betreuten Personen aber auch zu mehr Selbstständigkeit verhelfen. Per Sprachbefehl können sie über Smart Home-Funktionen beispielsweise die Beleuchtung, Jalousien oder Temperatur in ihrem Zimmer regulieren. Da das Personal diese Aufgaben dann nicht mehr übernehmen müsse, bleibe ihnen mehr Zeit für Pflege, Betreuung oder soziale Aktivitäten. Des Weiteren sei es mit Alexa möglich, einfacher mit Angehörigen in Kontakt zu treten – etwa auch per Videoanruf. Dafür müssen diese allerdings auch ein entsprechendes Amazon-Gerät daheim haben. 

Explizit weist Amazon darauf hin, dass für die Nutzung des Geräts keine persönlichen Daten an Alexa weitergegeben werden, Sprachaufzeichnungen würden nicht gespeichert. Es gebe einen „mehrschichtigen Datenschutz“.

Alexa bringt Spaß

Erstmals werden die Funktionen auch hierzulande im Einsatz sein: Das Heinrich-Haus Seniorenzentrum, betrieben von der Josefs-Gesellschaft im rheinland-pfälzischen Neuwied, probiert es aus. „Mit Alexa sind wir in der Lage, über sprachbasierte Interaktionen ein neues Maß an Autonomie und Vernetzung zu bieten. Wir sind sicher, dass Sprachsteuerung einer der künftigen Eckpfeiler des unabhängigen Wohnens sein wird – und stolz darauf, dass wir die ersten in Deutschland sind, Alexa in die Landschaft unserer sozialen Dienstleistungen zu integrieren“, freut sich René Ehlen, Leiter der Rehabilitationsabteilung der Josefs-Gesellschaft.

„Die Integration von Alexa und die Verwendung von Sprachsteuerung ist der nächste natürliche Schritt auf diesem Weg der Bewohner:innen zu mehr Selbstständigkeit.“ Die Reaktionen seien positiv. Eines der wichtigsten Feedbacks, die das Sozialunternehmen beim Testen erhalten habe, sei laut Ehlen: „Die Interaktion mit Alexa macht einfach Spaß.“ Neben diesem Seniorenheim in Deutschland wird die Technologie schon in Frankreich sowie Großbritannien in einigen Einrichtungen genutzt, in einem Dussmann-Haus in Italien soll sie in Kürze eingeführt werden.

 

Schon länger hat Amazon mit Alexa die Bedürfnisse älterer Menschen auf dem Schirm. So wurde beispielsweise im vergangenen Jahr der Dienst „Alexa Together“ gestartet: Die Funktionserweiterung von Alexa „Care Hub“ ermöglicht es Familien, alleinlebende, ältere Angehörige mit deren Einverständnis im Auge zu behalten. Doch in dem Zusammenhang mit der Seniorenbetreuung gibt es aktuell auch Kritik rechtlicher Natur an Amazon: So muss sich der Konzern aktuell mit einer Klage wegen mutmaßlicher Patentverletzungen und kopierter Technologie auseinandersetzen.
 

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Geschrieben von Hanna Behn




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