Amazon will – wie Starlink – Internet per Satellit bereitstellen. Jetzt folgt ein nächster großer Schritt für die Umsetzung.

Satellit in der Erdumlaufbahn (Symbolbild)
Andrei Armiagov / Shutterstock.com

Das Projekt Kuiper ist Amazons Variante eines Satelliten-Breitbandinternets. Das Ziel ist es – ähnlich wie bei Elon Musks SpaceX-Projekt Starlink – auch eher abgelegene Regionen der Erde mit schnellem Netz zu versorgen. Am 6. Oktober, gegen 20 Uhr deutscher Zeit, sollen die ersten Testsatelliten ins All starten. 

Es handelt sich um die Prototyp-Satelliten KuiperSat-1 und KuiperSat-2, teilt der Online-Riese zum Projekt mit. Das sind die ersten von mehr als 3.200 Satelliten, die im Rahmen des Projekts in den nächsten sechs Jahren hergestellt und eingesetzt werden sollen.  

Amazon erhofft sich erste reale Daten

Ein wichtiger Schritt, denn die beiden Satelliten werden nun echte Daten aus dem All liefern, die die jahrelange Forschung und Daten aus Labor- und Feldtests ergänzen können. Dies könne Amazon dann Hinweise zur Leistung sowohl im Weltraum als auch auf der Erde liefern. „Wir haben hier in unserem Labor umfangreiche Tests durchgeführt und haben ein hohes Maß an Vertrauen in unser Satellitendesign, aber es gibt keinen Ersatz für Tests im Orbit“, erklärt Rajeev Badyal, Vice President für Technologie bei Project Kuiper. „Dies ist das erste Mal, dass Amazon Satelliten ins All schickt, und wir werden unglaublich viel lernen, unabhängig davon, wie sich die Mission entwickelt.“

Während der Erprobungsphase wird beispielsweise auch geschaut, ob die Technik an Bord innerhalb der gewünschten Leistungs- sowie Temperaturbereiche arbeitet. Neben den Satelliten werden auch Kundenterminals sowie ein bodengestütztes Kommunikationsnetzwerk geprüft. „Am Ende der Mission planen wir, beide Satelliten aktiv aus der Umlaufbahn zu bringen, bevor sie schließlich in der Erdatmosphäre verglühen – Teil unseres Engagements für die Sicherheit im Weltraum“, schreibt das Unternehmen weiter. 

Die Satelliten werden mit einer Atlas-V-Rakete der United Launch Alliance (ULA) ins All befördert und in einer Höhe von etwa 500 Kilometern stationiert. Wer den Start verfolgen will, kann dies über die Website der ULA tun.

Erste Tests mit Kund:innen für 2024 geplant

Parallel zu der Prototyp-Mission im All wolle man dann mit der Produktion der zahlreichen Satelliten beginnen. Der Start der ersten Produktionssatelliten ist für die erste Hälfte des Jahres 2024 angedacht. Bis Ende 2024 will man die ersten kommerziellen Betatests mit Kund:innen durchführen. Unter anderem Vodafone hat bereits Interesse an Amazons Weltall-Internetprojekt angemeldet. 

Ob Amazons Unterfangen tatsächlich zur Konkurrenz für SpaceX wird, wird sich dann zeigen. Starlink baut bereits seit etwa vier Jahren das Internetangebot aus dem All aus.

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Geschrieben von Hanna Behn




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