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Amazon macht keine Pause. Auch der Juli – eigentlich ein richtiger Sommerloch-Monat – hatte es wieder in sich. Und das lag nicht nur am dritten Amazon Prime Day. Auch der Start von Amazon Fresh in Hamburg oder der stille Launch von „Hub“, einem Paketkastensystem für Mehrfamilienhäuser, sorgten für viele Diskussionen. Alles dazu in unserem Monatsrückblick.


Eye of the Beholder

(Bildquelle Eye of the Beholder:hjl via Flickr, keine Änderungen, bestimmte Rechte vorbehalten)

3. Amazon Prime Day und der „Reichste Mensch der Welt“ – für einen Tag

Am 11. Juli 2017 fand der Amazon Prime Day zum dritten Mal statt. Großer Gewinner des Schnäppchen-Tages waren laut Amazon die Echo Geräte. Weltweit sollen mehr als drei Mal so viele verkauft worden sein wie im Jahr 2016. Allerdings kein Wunder bei einer Preisreduzierung von 50 Prozent. Generell hat Amazon dafür gesorgt, dass die eigenen Geräte ordentlich im Mittelpunkt standen.

War der Prime Day für Amazon ein Tag zum Feiern – die Kunden sollen für zwei Milliarden Dollar eingekauft haben – gab es auch genug User, die nicht zufrieden waren. Bereits zum Mittag wurden die ersten Fazits gezogen. Zwischen einer tiefgehenden Ablehnung bis hin zu einer berauschten Euphorie war dabei alles vertreten. Wir haben die abwechslungsreichsten Tweets hier zusammengestellt.

Dass der Prime Day Amazon und vor allem dem Chef ordentlich Geld in die Kassen gespült hat, ist kein Geheimnis. Und tatsächlich war Jeff Bezos kurzzeitig der reichste Mensch der Welt. Bezos soll zu dem Zeitpunkt ein Vermögen von knapp 90 Milliarden US-Dollar gehabt haben. Allerdings machten dem Milliardär die eigenen Geschäftszahlen einen Strich durch die Rechnung: Mit einem Gewinneinbruch von 77 Prozent auf nur 169 Millionen Euro steht Amazon nicht so gut da wie im Vorjahreszeitraum.

Kochboxen, Treasure Truck, ein eigener Messenger und Schweizer Bahnhöfe

Online und stationär passen nicht zusammen? Stimmt nicht. In der Schweiz wurden nun Stimmen laut, die sich wünschen würden, wenn Amazon die Produkte auch vor Ort verkaufen würde. Jürg Stöckli, Leiter des Geschäftsbereiches Immobilien bei den Schweizerischen Bundesbahnen, erklärte: „Wir möchten Amazon gerne in der Schweiz und bei uns in den Bahnhöfen haben.“ – Bedenkt man die sonstigen Ängste des stationären Handels vor Amazon und Co., ist das Vorhaben der Schweizer Bundesbahnen besonders spannend. Und sicherlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis Amazon auf das Angebot zurückkommt.

Apropos Konkurrenz. Amazon hat sich ein Patent für Kochboxen gesichert und eröffnet damit nun einen weiteren Konkurrenzkampf. Bei dem Patent geht es um das bereits bekannte Prinzip, dass den Kunden Kochboxen geliefert werden, die alle notwendigen Zutaten für eine bestimmte Mahlzeit enthalten, um diese nachkochen zu können und hierfür nicht extra einkaufen gehen zu müssen. Das ist aber noch nicht alles. Amazon ist insgesamt sehr an dem Bereich Lebensmittel interessiert. Insgesamt wurden sogar 110 derartige Einreichungen ausgemacht, die vor allem auch den Fast-Food-Bereich umfassen sollen.

Aber Lebensmittel hin oder her – noch verdient Amazon mit Non-Food-Produkten das meiste Geld. Um diese den Kunden jetzt noch näher zu bringen, schickt Amazon seinen Treasure Truck auf einen Road Trip quer durch die USA. Eigentlich sollte der Treasure Truck eine einmalige Marketing-Aktion bleiben, doch nun hat Amazon die Erlaubnis erhalten, den Truck auch über die Grenzen Seattles hinaus verfügbar zu machen.

Zu guter Letzt gab es Mitte Juli auch noch die Gerüchte, dass Amazon an einem eigenen Messenger namens „Anytime“ arbeitet. Grund für die Gerüchte ist eine Umfrage, die Amazon unter seinen Usern durchgeführt hat. Amazon selbst hält sich natürlich zu den Gerüchten bedeckt.

Eigenes Paketkasten-System, Fresh in Hamburg und ein kurioses Logistik-Patent

Amazon macht gern vieles selbst. Nun hat sich der Konzern – mal wieder in puncto Logistik – noch selbstständiger gemacht. Mit dem Start von „Hub“ hat Amazon ein eigenes neues Paketkasten-System vorgestellt, das in Wohnhäusern mit mehreren Mietsparteien aufgestellt werden kann. Was besonders spannend ist und eigentlich völlig gegen Amazons bisheriges Handeln spricht: Hub ist als offenes System gestaltet, sodass auch andere Anbieter den Paketkasten nutzen können.  Der Paketkasten ist zudem individuell anpassbar und eine Weiterentwicklung des Lockers-Angebots, das Amazon schon seit geraumer Zeit weiter ausbaut. Dabei handelt es sich um Paketkästen, die ähnlich wie die DHL-Packstationen an öffentlichen Orten aufgestellt werden und so Kunden den Empfang der Pakete erleichtern sollen. 

Während „Hub“ bisher nur in den USA verfügbar ist, gibt es auch gute Meldungen für deutsche Kunden – bzw. für Hamburger. Amazon hat nämlich seinen Lebensmittel-Lieferservice „Amazon Fresh“ Ende des Monats nach Hamburg gebracht. Wurden wie Anfangs in Berlin und Potsdam nur ausgewählte Stadtbezirke beliefert, hat Amazon bereits nach wenigen Tagen das Liefergebiet auf die ganze Stadt ausgeweitet. In dem Pool aus 300.000 angebotenen Artikeln finden die Hamburger zudem auch beliebte Hamburger Marken wie etwa Idee Kaffee von J.J. Darboven, Fritz-Limonaden oder auch Astra-Bier. 

Und zum Abschluss noch etwas Kurioses aus der Welt von Amazon. Dabei handelt es sich wieder um ein Patent, welches vorsieht, Waren unter Wasser zu lagern. Dies soll mithilfe von wasserfesten Containern geschehen, die im Wasser platziert werden. Im Patent ist unter anderem die Rede von verschiedenen Ebenen beziehungsweise Etagen, in denen die Container „gestapelt“ werden.

 

/ Geschrieben von Julia Ptock





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