Logo Amazon Watchblog

Bei Amazon wird es ja bekanntlich nie langweilig, doch der November mit der Cyber Week und dem Launch von neuen Services und Produkten hatte es noch einmal besonders in sich. Wir haben die wichtigsten Ereignisse in unserem Monatsrückblick für euch zusammengefasst.

Eye of the Beholder

(Bildquelle Eye of the Beholder:hjl via Flickr, keine Änderungen, bestimmte Rechte vorbehalten)

Black Friday, Cyber Monday & Weihnachten

Im November stand ganz klar die Cyber Week mit dem Black Friday und dem Cyber Monday im Fokus. Für Amazon und viele andere Händler sind die Shopping-Tage der Start ins Weihnachtsgeschäft. Und für Amazon hat sich das Event dieses Jahr richtig gelohnt. Auch wenn der Konzern mit harten Zahlen geizt, hat Amazon zumindest bekannt gegeben, dass es mit Blick auf die hauseigenen Geräte das beste Shopping-Wochenende in der Geschichte des Unternehmens war. Von „Millionen Amazon-Geräten“ ist die Rede. In Deutschland wurden den Kunden 55.000 Blitzangebote und Angebote des Tages aus nahezu allen Kategorien präsentiert.

Doch jede Medaille hat zwei Seiten. Denn Amazon hat zwar viel verkauft, doch kommt der Konzern scheinbar mit der Lieferung nicht hinterher. Teilweise sollen die Auslieferungen der Bestellungen, die nach der Schnäppchenjagd abgegeben wurden, erst an oder nach Nikolaus möglich sein. Selbst Prime-Kunden könnten mit einer Zustellung am nächsten Tag nicht mehr rechnen. Wie lange die Lieferschwierigkeiten anhalten und wie viele Kunden eigentlich betroffen sind, sei dabei noch unklar. Aber für Amazon scheint aktuell nicht alles so gut zu laufen. Direkt zum Black Friday versammelten sich in Berlin rund 100 Demonstranten, um gegen das Verteilzentrum von Amazon im Kudamm-Karree zu protestieren, von dem aus vor allem innerstädtische Kunden beliefert werden. Die Aktion lief unter dem Namen „Make Amazon Pay“.

Wie viel davon Amazon-Chef Jeff Bezos mitbekommt, ist unbekannt. Die Cyber Week sorgte für klingelnde Kassen und ein noch größeres Plus auf dem Konto von Jeff Bezos. Dank des Black Friday stieg der Aktienkurs des Online-Riesen um 2,58 Prozent an und verhalf dem 53-Jährigen so zu einem Vermögen von über 100 Milliarden Dollar. Und damit die Kassen weiter klingeln, setzt Amazon dieses Jahr auf eine besonders emotionale Weihnachts-Kampagne. Im 60 Sekunden langen Hauptspot „Lächeln schenken“ sieht man unzählige Pakete, die durch ein Logistikzentrum von Amazon wandern und sich anschließend auf dem Weg zu den Kunden machen. 

Sicherheitsmängel und Polizeieinsätze

Bei Amazon ist aber nicht alles Gold, was glänzt. Das zuletzt vorgestellte Projekt „Amazon Key“, das Paketboten bei Nichtanwesenheit die Wohnungstür öffnen soll, scheint erhebliche Sicherheitsmängel zu haben. Sicherheitsforscher haben es geschafft, die zum System gehörende Kamera zu übernehmen und abzuschalten bzw. die Kamera so zu manipulieren, dass das Kamerabild eingefroren und nur das Bild der geschlossenen Wohnungstür übertragen wird. Für einen tatsächlichen Polizeieinsatz sorgte im November jedoch ein anderes Amazon-Gerät. In Pinneberg riefen Anwohner nachts die Polizei, weil in der Nachbarwohnung über mehrere Stunden hinweg laute Musik spielte. Als man allerdings auch den Gesetzeshütern die Tür nicht öffnete, verschafften sich diese Zutritt zur Wohnung und konnten schnell den Grund der nächtlichen Ruhestörung ausmachen: ein allein gelassenes Alexa-Gerät, welches in voller Lautstärke Musik abspielte.

Weniger amüsant sind hingegen die Vorfälle, die sich in zwei Logistikzentren in den USA ereignet haben. Innerhalb weniger Tage sind in zwei verschiedenen Lagern zwei Menschen ums Leben gekommen. Inspektionen, die nach den Unfällen durchgeführt wurden, förderten dabei eine Reihe von Sicherheitsmängeln zutage. Amazon muss aufgrund der insgesamt vier schweren Verletzungen wahrscheinlich eine Geldstrafe von 28.000 US-Dollar zahlen.

Neue Services und ein eigenes „Der Herr der Ringe“

Amazon ist schon lang über den Punkt hinweg, nur Produkte zu verkaufen. Der Online-Gigant wird immer mehr zum Dienstleister, der seinen Nutzern ein Rund-um-Sorglos-Paket bieten will. Dazu passen auch die neusten Gerüchte, denn Amazon will sich angeblich als nächstes den Versicherungs-Markt vornehmen. Grundlagen dieser neuen Spekulationen sind Stellenanzeigen auf Linkedin und der Plattform "Where Women Work". Hier sucht das US-Unternehmen explizit nach Versicherungsprofis für seinen Londoner Standort. Dass Amazon seine eigenen Versicherungen direkt beim Kauf von hochwertigen Geräten anbietet, würde durchaus Sinn machen. Neben Versicherungen scheint Amazon seinen Kunden auch eine Null-Prozent-Finanzierung für die hauseigenen Hardware-Geräte anbieten zu wollen. In der DACH-Region läuft dafür aktuell ein Test, der fünf monatliche Raten vorsieht.

In Sachen Logistik hat Amazon den Service „Amazon Flex“ nach Deutschland gebracht und macht somit Privatpersonen zu Paketboten. Zum Start ist Flex auf Berlin begrenzt, man kann sich allerdings auf der Webseite bereits auf die Warteliste für weitere Gebiete setzen lassen. Große Voraussetzungen muss man nicht erfüllen, wenn man als Flex-Zusteller arbeiten möchte: Wer älter als 18 Jahre ist und eine gültige Fahrerlaubnis hat, kann mit Amazon Flex 16 Euro die Stunde verdienen.  

Mitte November gab es dann auch noch für Amazon Prime Video Nutzer und „Der Herr der Ringe“-Fans gute Nachrichten. Ab 2020 wird bei Amazon wahrscheinlich eine Serie zu sehen sein, die auf den „Der Herr der Ringe“-Romanen von J.R.R. Tolkien basiert. Amazon hat sich die Fernsehrechte für mehrere Staffeln gesichert.

Marktplatz: Windeln, Möbel und ein neuer Echo

Amazon hat in den letzten Jahren eine ganze Reihe Eigenmarken gelauncht. Die Marke „Mama Bear“ ist dabei nicht neu, doch das Sortiment wird nun durch hauseigene Windeln erweitert. Das Angebot umfasst damit eine Handvoll Produkte aus dem Bereich Baby und Babypflege. Ganz neu hingegen sind die Marken „Rivet“ und „Stone & Beam“. Dabei handelt es sich um zwei Marken aus dem Bereich Wohnen und Einrichten. Während Rivet dabei eher ein „stilvolles und vielseitiges, modernes Mobiliar aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts“ bietet, setzt Stone & Beam eher auf Komfort und Langlebigkeit.

Und zu guter Letzt – und damit schließt sich auch der Kreis zum Anfang des Artikels – hat Amazon am ersten November die neuen Echo-Geräte vorgestellt. Damit sind hierzulande sowohl eine neue, überarbeitete Version des Amazon Echos als auch der größere Bruder Echo Plus bestellbar. Letzterer soll vor allem durch seine Kompatibilität mit anderen Geräten punkten.

 

/ Geschrieben von Julia Ptock