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Mehrere große US-Unternehmen haben verdeckt in einer Initiative gegen Amazon gewettert – die Hintergründe kommen jetzt ans Licht.

Mann ohne Gesicht
ivan_kislitsin / shutterstock.com

Die Gruppe Free & Fair Markets Initiative (FFMI) hat sich vor rund anderthalb Jahren in den USA gegründet, um Amazons Praktiken zu kritisieren und die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Hinter dem Projekt stecken jedoch keine kleinen Geschäftsleute wie selbst behauptet, sondern direkte Konkurrenten von Amazon, wie geekwire unter Berufung auf das Wall Street Journal berichtet. 

Anti-Amazon-Initiative: Keine besorgten Verbraucher...

„Besorgte Verbraucher, Kleinunternehmer und Steuerzahler kommen zusammen, um sich gegen die schädlichen Praktiken von Big-Tech-Unternehmen zu wehren und sicherzustellen, dass diese ihren gerechten Beitrag an unsere lokalen Gemeinschaften, für ihre Mitarbeiter und den US-amerikanischen Bürger leisten“ – so heißt es im Original auf der Seite der Free & Fair Markets Initiative. Das Projekt sei ein nichtkommerzieller „Watchdog“, also ein kritisches Medium, das regelmäßig über eine spezifische Branche oder Unternehmen berichtet.

...sondern Handels-,Software- und Immobilien-Konzerne

Doch das Wall Street Journal deckte jetzt die wahren Hintermänner der Organisation auf: Es sind teils selbst große Digital-Unternehmen – und direkte Konkurrenten von Amazon. Mit dabei: Der US-Handelskonzern Walmart, der Software-Riese Oracle und das Immobilien-Unternehmen Simon Property Group. Alle haben ein ganz eigenes Interesse an der – in der Sache teils durchaus berechtigten – Kritik gegen Amazon: Walmart ist Amazons direkter Gegenspieler im stationären Handel, Simon Property betreibt in den USA die meisten Shopping Malls und Oracle wetteifert mit dem Online-Riesen um Aufträge etwa im Bereich Cloud Computing. 

Die Initiative soll laut Wall Street Journal von der Kommunikationsfirma Marathon Strategies geleitet werden. Die beteiligten Unternehmen sollen jeweils 250.000 US-Dollar für die Anti-Amazon-Kampagne gezahlt haben. Oracle hat seine Beteiligung bereits eingestanden, heißt es. Amazon erklärte in einem Statement: „Die Free & Fair Markets Initiative scheint kaum mehr zu sein als eine gut geölte Maschinerie aus Unternehmen, die aus Eigeninteressen gegründet wurde und von einer hochpreisigen Public-Affairs-Firma geleitet wird, mit dem einzigen Ziel, Fehlinformationen über Amazon zu verbreiten.“

Die Initiative kritisiert unter anderem die Vergabe von Subventionen an Amazon, die umstrittenen Steuer- und Wettbewerbspraktiken des Konzerns, die Arbeitsbedingungen sowie den Umgang mit persönlichen Daten.

/ Geschrieben von Markus Gärtner





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