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Amazon erzielt vor Gericht einen Erfolg gegen den Konkurrenten Microsoft: Dessen geplanter Auftrag mit dem Pentagon wird zunächst gestoppt, bis das kritisierte Vergabeverfahren und der mögliche Einfluss von Präsident Trump aufgeklärt sind.

US-Soldat
Mircea Moira / shutterstock.com

Es geht um rund zehn Milliarden US-Dollar – das ist der Wert des Auftrags, den das Pentagon für ein Cloud-Projekt des US-Militärs vergeben hat. Doch der eigentliche Gewinner Microsoft muss das Projekt erstmal pausieren: Amazon hat mit einer Klage vor Gericht erwirkt, dass die Hintergründe der Vergabe geklärt werden müssen, wie die New York Times berichtet.

Das sagen Microsoft und das Pentagon zur Entscheidung

Die Bundesrichterin Patricia E. Campbell-Smith in Washington hat die einstweilige Verfügung festgelegt, die genaue Begründung soll erst Ende Februar veröffentlicht werden. Microsoft zeigte sich enttäuscht über die Gerichtsentscheidung, gibt sich aber auch hoffnungsvoll. Das Unternehmen glaube, „dass wir letztendlich in der Lage sein werden, die Arbeit voranzutreiben, um sicherzustellen, dass diejenigen, die unserem Land dienen, Zugang zu der neuen Technologie haben, die sie dringend benötigen“, sagte Frank Shaw, Microsofts Vizepräsident für Kommunikation. Auch ein Sprecher des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums kritisierte die Entscheidung, die Umsetzung der Modernisierungsstrategie des Militärs werde so unnötig verzögert. Amazon hat zu der Entscheidung noch nicht Stellung bezogen.

Amazon hatte in seiner Klage vom Dezember auf „unzulässigen Druck von Präsident Donald Trump“ und mehrere „offenkundige, unerklärliche“ technische Fehler bei der Auftragsvergabe hingewiesen. Bei dem sogenannten Jedi-Projekt (Joint Enterprise Defense Infrastructure) soll über Cloud Computing und künstliche Intelligenz die Kommunikation und der Informationsaustausch im US-Militär optimiert werden. Amazon ist in dem Bereich Cloud Computing mit seinen Amazon Web Services – einem der wichtigsten Gewinnbringer des Online-Riesen – Marktführer und galt bei vielen Experten als Favorit für den Auftrag.

Welche Rolle spielt Trump bei dem geplatzten Amazon-Deal?

Entscheidend wird die Bewertung der Rolle von US-Präsident Trump sein. Dieser lieferte sich in den vergangenen Jahren einen öffentlichen Kleinkrieg mit Amazon-Chef Jeff Bezos, unter anderem wegen dessen Zeitung „Washington Post“, die als sehr regierungskritisch gilt. „Es steht viel auf dem Spiel: Die Frage ist, ob es dem Präsidenten der Vereinigten Staaten erlaubt sein sollte, das Budget [des Verteidigungsministeriums] für seine persönlichen und politischen Ziele zu nutzen“, kritisierte Amazon bei seiner Klage. Der E-Commerce-Riese forderte zuletzt auch, dass Trump unter Eid aussagen soll. „Dies alles bereitet die Bühne für einen großen Gerichtsstreit zwischen Amazon und Microsoft, bei dem das Verteidigungsministerium dazwischen steht“, meint der Analyst Daniel Ives von Wedbush Securities. „Es ist ein politischer Football, der herumgekickt wird.“

/ Geschrieben von Markus Gärtner





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