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In Niederösterreich kam es zu einer Razzia in einem der Verteilzentren von Amazon.

Amazon-Transporter auf der Straße
Sundry Photography / Shutterstock.com

Eigentlich wollte Amazon einem Journalisten der Tageszeitung Die Presse das Verteilerzentrum in Niederösterreich bei einer Führung zeigen. Eins sei vorab gesagt: Einen bleibenden Eindruck wird Amazon bei dem Journalisten gewiss hinterlassen.

Scheinfirmen und Schwarzarbeit

Während der Tour standen plötzlich 60 Beamte der Finanzpolizei im Verteilerzentrum, berichtet Heise. Die Beamten besetzten alle Ein- und Ausfahrten. Ziel der Untersuchungen waren die Subunternehmen. Insgesamt wurden 174 Mitarbeiter von 36 Betrieben untersucht, heißt es unter Bezug auf den Österreichischen Rundfunk. 

Die Razzia dauerte insgesamt zwei Stunden und offenbarte 49 Sachverhalte, bei denen arbeitsrechtliche Verstöße festgestellt wurden. 

Schulden beim Finanzamt

Bei der Razzia ging es um die Aufdeckung von Missständen: Die Finanzbehörde nimmt an, dass viele der Fahrer mehr Stunden arbeiten, als beim Finanzamt gemeldet wird. Die zusätzlichen Stunden werden vermutlich schwarz bezahlt. Um diese Betrugsfälle aufzudecken, haben die Beamten Fahrerlisten beschlagnahmt.

Vor Ort wurden immerhin 20 Mitarbeiter einer Firma ausgemacht, die nicht registriert waren. Von diesem Subunternehmen fordert das Finanzamt nun 105.000 Euro.  

Amazon versicherte, „unverzüglich Maßnahmen“ gegen die steuerunehrlichen Dienstleister zu ergreifen. Außerdem betonte das Unternehmen, seine Lieferanten zur Einhaltung aller Gesetze zu verpflichten. 

Neue Gesetze gefordert

Es sind Razzien wie diese, die die Forderungen nach mehr Haftung von Auftraggebern für Subunternehmen bestärken. Unternehmen, die ihre Logistik mit Hilfe von Subunternehmen abwickeln, sollen mehr Verantwortung für die Einhaltung arbeits- und steuerrechtlicher Gesetze tragen.

In Deutschland ist so ein Gesetz bereits in Planung, schreibt der Logistik-Watchblog und zitiert dabei Arbeitsminister Hubertus Heil von der SPD: „Es geht darum, konsequent gegen den Betrug von Sozialversicherungsbeiträgen vorzugehen und somit den sozialen Schutz und die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu sichern.“

/ Geschrieben von Sandra May


Kommentare

#2 Sanel 2020-02-20 08:19
Das Finanzamt sollte mal etwas gegen die hohen Steuern machen und nicht Menschen die arbeiten mit hohen Geldstrafen auch noch das leben erschweren. Sagen wir mal man verdient 100 Tausend Euro im Jahr, also reinen Gewinn. Dann ist man als Unternehmer verpflichtet rund 27 Prozent von diesen Einnahmen mal an die SVA abzugeben und somit wären schon 27 tausend Euro an die teuerste Versicherung der Welt übergeben. Dann bleiben dem Unternehmer 73 tausend Euro übrig. Dann kommen noch rund 55 Prozent von übrigen 73 Tausend zu versteuern da man ab einem Einkommen von 100 tausend Euro im Jahr in der höchsten Einkommensteuer stufe ist und 55 Prozent abgeben muss. Somit bleiben dem Unternehmer ca. 35 tausend Euro und dann kommt auch noch die Kommunalsteuer und viels mehr dazu. Bei diesen hohen Steuern ist es kein Wunder das die Menschen anfangen Schwarz ihr Geld zu machen.

Schöne Grüße
#1 verkäufer 2020-02-20 08:13
unverzügliche Maßnahmen - die sollten im Vorfeld getroffen werden.
Solche Machenschaften gehören im Keim erstickt und auch Amazon empfindlich bestraft - denn schließlich ist der Auftraggeber immer mitverantwortli ch. Kein Dieb ohne Hehler.



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