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Amazon profitiert durch die Corona-Krise von mehr Bestellungen – und rüstet daher bei der Zahl der Mitarbeiter und den Löhnen gewaltig auf.

Amazon Mitarbeiter
Cineberg / shutterstock.com

Die Corona-Krise trifft die gesamte Weltwirtschaft, auch Amazon und Jeff Bezos mussten an der Börse zunächst Verluste hinnehmen. Doch der Online-Marktplatz wird wohl auch von dem Virus profitieren und erwartet einen Anstieg der Bestellungen. Daher fährt Amazon jetzt große Geschütze auf: Das Unternehmen will allein in den USA 100.000 neue Leute einstellen und in weiteren Ländern auch die Löhne erhöhen, wie Amazon in seinem Blog mitteilt.

Amazon sucht 100.000 Fahrer und Logistik-Mitarbeiter

„Wir stellen einen erheblichen Anstieg der Nachfrage fest, was bedeutet, dass unser Arbeitskräftebedarf für diese Zeit des Jahres beispiellos ist“, erklärt Dave Clark, Senior Vice President of Worldwide Operations bei Amazon. Der Online-Marktplatz hatte bereits zugegeben, dass es durch das Corona-Virus zu langen Wartezeiten und teils ausverkauften Artikeln komme. Der E-Commerce-Platzhirsch will daher in den USA 100.000 neue Voll- und Teilzeitstellen in seinen Fulfillment-Zentren und im Liefernetzwerk schaffen. Amazon zielt dabei auch auf Menschen, deren aktueller Arbeitsplatz durch die Corona-Krise gefährdet ist, wie etwa aus der Gastronomie. „Wir möchten, dass diese Menschen wissen, dass wir sie in unseren Teams willkommen heißen, bis sich die Dinge wieder normalisieren und ihr früherer Arbeitgeber in der Lage ist, sie zurückzubringen“, heißt es.

Amazon hebt Löhne in USA, UK und EU

Nicht nur die Zahl der Mitarbeiter, auch die Löhne will Amazon nach oben schrauben, um den wohl kommenden Stress für die Angestellten zumindest finanziell abzufedern. Demnach sollen die Löhne in den USA, Großbritannien und der EU um jeweils zwei Dollar, Pfund oder Euro pro Stunde steigen. Das lässt sich Amazon nach eigenen Angaben rund 350 Millionen US-Dollar kosten. Löhne und Arbeitsbedingungen bei Amazon standen bisher stets in der Kritik, vor allem der Gewerkschaften. 

Ob und wie der E-Commerce allerdings insgesamt von dem durch das Corona-Virus veränderten Kaufverhalten profitieren wird – darüber sind sich Experten nicht ganz einig, wie die Wirtschaftswoche berichtet. Jörg Funder, Direktor des Instituts für Internationales Handels- und Distributionsmanagement, sieht Amazon als „Kerngewinner der Ladenschließungen“. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln, rechnet aber aufgrund des insgesamt zurückgehenden Konsums mit „keinem enormen Wachstumssprung“ für den Online-Handel.

/ Geschrieben von Markus Gärtner


Kommentare

#1 X 2020-03-17 13:53
Die Lohnerhöhung gilt natürlich nur für Mitarbeiter in alle Logistikbereich en, aber nicht für IT-Mitarbeiter oder den Kundenservice.



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