Amazon erlässt härtere Strafen bei Verstößen gegen die Verhaltensregeln in der Coronakrise: Mitarbeitern kann beim zweiten Fehler gekündigt werden.

 

Amazon Arbeiter im Lager
Frederic Legrand - COMEO / shutterstock.com

Amazon will härter gegen die mögliche Verbreitung des Coronavirus in seinen Logistiklagern vorgehen und schärft die Strafen, wenn Mitarbeiter gegen die Schutzmaßnahmen verstoßen. Das Unternehmen kann jetzt einen Angestellten feuern, wenn dieser zwei Mal gegen die Vorgaben verstößt, berichtet cnbc.

Amazon-Kündigung bei zwei Verstößen

Eine der Regeln: Die Mitarbeiter in den US-Logistiklagern sollen einen Abstand von sechs Fuß zu ihren Kollegen einhalten, also rund zwei Meter. Bricht einer der Amazon-Arbeiter diese oder eine der anderen Bestimmungen absichtlich, wird er verwarnt, beim zweiten Verstoß kann ihm gekündigt werden. „Es gab einige Fälle, in denen Mitarbeiter an unseren Standorten absichtlich gegen unsere klaren Richtlinien zur sozialen Distanzierung verstoßen haben, was sowohl den Einzelnen als auch ihre Kollegen gefährdet“, sagte ein Amazon-Sprecher. 

Die Thematik ist komplex, denn im Grunde sollte die Gesundheit der Mitarbeiter ja allen Beteiligten am Herzen liegen: Amazon braucht in Zeiten der Krise jeden Arbeiter, diese wiederum brauchen den Job. Ironischerweise feuerte Amazon gerade erst einen Streikführer, der sich für bessere Schutzmaßnahmen stark machte – weil dieser laut Amazon gegen die Schutzmaßnahmen verstoßen habe. 

Amazon-Arbeiter fühlen sich benachteiligt

Unklar ist auch, wie Amazon die Verhaltensregeln überall in den riesigen Lagern ständig kontrollieren will. Anonyme Mitarbeiter berichten, dass dafür unter anderem auch die Überwachungskameras eingesetzt werden. Kritik gibt es an einer möglichen unterschiedlichen Auslegung: Manche Arbeiter befürchten, dass etwa Führungskräfte oder leitende Manager weniger scharf überwacht und somit bevorzugt werden. Ein Amazon-Angestellter berichtete, mehrere Manager würden sich „rund um die Uhr“ über die Regeln hinwegsetzen.

Amazon hat jüngst weitere Maßnahmen gegen das Coronavirus getroffen und misst jetzt unter anderem auch Fieber bei den Angestellten in den Lagern. Trotzdem sind viele Amazon-Angestellte noch nicht zufrieden. „Wir fühlen uns in unserem Gebäude nicht mehr sicher. Ich bin frustriert darüber“, sagte ein weiterer Mitarbeiter.

Amazon informiert auf seinem Unternehmensblog über sämtliche Aktivitäten gegen das Virus

/ Geschrieben von Markus Gärtner




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