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In US-Logistiklagern von Amazon gab es bisher mindestens vier bestätigte Corona-Todesfälle, viele Mitarbeiter fühlen sich weiter unsicher – und auch schlecht informiert.

Amazon Lager
Frederic Legrand - COMEO / shutterstock.com

In den USA liegt die Zahl der durch das Coronavirus verursachten Todesfälle bei rund 73.000 (Stand: 6. Mai). Amazon muss nun den vierten Toten unter den Arbeitern in den US-Logistik-Zentren hinnehmen, wie cnbc berichtet. Kollegen beschweren sich weiterhin nicht nur über die aus ihrer Sicht unzureichende Sicherheit vor dem Virus, sondern auch über den Umgang mit den Todesfällen.

Wo gibt es Coronafälle bei Amazon?

In den Lagern in Waukegan (Illinois), Staten Island (New York) sowie Hawthorne und Tracy (Kalifornien) sind laut cnbc Mitarbeiter an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus verstorben. Amazon hat die Fälle bestätigt, veröffentlicht selbst aber keine Daten über mögliche Infektionen oder Todesfälle unter den Mitarbeitern. Amazons Kommunikationspolitik stößt auch an anderer Stelle auf Kritik: Mitarbeiter fühlen sich schlecht und zu spät über Erkrankungen und Todesfälle informiert, heißt es. Amazon-Angestellte sagten gegenüber cnbc, sie seien paranoid geworden, weil Vorgesetzte zu dem Thema lügen würden.

Amazon erklärte, dass Mitarbeiter bei einem Todesfall nach und nach in kleinen Gruppen informiert werden. Durch die wegen der Coronakrise neu eingeführte Staffelung der einzelnen Schichten könne es dazu kommen, dass einzelne Mitarbeiter eher davon erfahren. Amazon-Mitarbeiter kritisieren jedoch auch, dass nicht das gesamte Lager darüber in Kenntnis gesetzt werde. „Wenn jemand, den ich kenne, eines Tages nicht auftaucht, und zwar weil er krank wurde und gestorben ist, dann dürfen wir diesen Verlust einfach nicht zugeben?“, fragt sich ein Kollege des zuletzt Verstorbenen.

Covid-19-Tracker für Amazon-Angestellte 

Verschiedene Gruppen versuchen, die Fallzahlen bezüglich Corona bei Amazon zu schätzen. Eine Gruppe von Amazon-Mitarbeitern auf der Online-Plattform Reddit geht davon aus, dass sich in den USA mindestens 400 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert haben. Die Initiative „United for Respect“ hat aus gemeldeten Fällen bei Amazon den Covid-19-Tracker erstellt – eine USA-Karte mit den Corona-Fällen in den einzelnen Lagern. Amazon betreibt insgesamt 175 Logistiklager in den USA.

Viele Mitarbeiter werfen dem Unternehmen weiterhin vor, sie nicht ausreichend vor der Ansteckungsgefahr zu schützen – Amazon verweist dabei stets auf umfassende Maßnahmen, die immer weiter ausgebaut werden, zuletzt installierte der Konzern Wärmebildkameras um mögliches Fieber zu erkennen. Auch in Deutschland gab es derartige Vorwürfe: Die Gewerkschaft Verdi forderte sogar die Schließung des Amazon-Lagers in Winsen.

Wie schützt Amazon Deutschland seine Mitarbeiter?

Wie in den USA gibt Amazon auch in Deutschland keine Fallzahlen bekannt, erklärt Stephan Eichenseher von Amazon. Er verweist darauf, dass sowohl das Gesundheitsamt Harburg (zuständig für das Amazon-Logistikzentrum in Winsen) als auch das Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin die konsequente Umsetzung aller Schutzmaßnahmen bestätigt habe. Ein Video zeigt die Umsetzung verschiedener Maßnahmen am Beispiel des Amazon-Lagers in Graben:

 

/ Geschrieben von Markus Gärtner


Kommentare

#1 Jens Fischer 2020-05-12 15:21
Nach diesem Artikel sieht es so aus, als ob Amazon ein Hotspot ist. Jeder einzelne Tote ist zutiefst sehr bedauerlich und wenn Hygienevorschri ften nicht eingehalten werden, dann ist auch dieses zu verurteilen. Die beiden genannten Zahlen von 4 Toten und 400 Infizierten sind selbst bei der Prämisse, dass nur 50% aller Mitarbeiter von Amazon in den USA arbeiten (Weltweite Mitarbeiter 798.000), deutlich besser als in der übrigen USA, als in Deutschland oder allein schon in der „Bundesliga“.

Ich bin kein Amazon-Fan. Doch halte ich es für Problematisch COVID-19 für politische Botschaften zu instrumentalisi eren.



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