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Amazon erweitert sein Logistik-Netzwerk in Mecklenburg-Vorpommern und will gleich zwei Standorte bei Rostock starten.

Amazon Lager
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Amazon will auch im Norden Deutschlands schneller liefern und baut sein logistisches Netzwerk weiter aus: Gleich zwei Standorte sollen in und bei Rostock entstehen, wie der NDR berichtet. Insgesamt sollen an beiden Zentren rund 1.200 Menschen Arbeit finden. Die Gewerkschaft Verdi übt jedoch bereits Kritik an den Arbeitsbedingungen.

Neue Amazon-Zentren in Rostock und Dummerstorf

Im Norden Rostocks soll auf einer rund zehn Hektar großen Fläche nahe dem Überseehafen ein Verteilzentrum entstehen. Dort sollen rund 150 Angestellte im Lager und bis zu 200 Fahrer bei Lieferpartnern arbeiten, der Betrieb soll eigentlich zum Weihnachtsgeschäft 2021 losgehen. Derzeit verhandelt die Stadt aber noch mit den Beteiligten, denn es ist unklar, ob Rostock die Fläche gänzlich verkaufen oder nur vermieten darf. Spätestens im Herbst soll die Entscheidung fallen. Amazon hat als mögliche Übergangslösung einen kleineren Teilbereich bereits für fünf Jahre gepachtet.

Verdi kritisiert Amazon-Bedingungen in Rostock

In Dummerstorf, zehn Kilometer südlich der Hansestadt, wird ein Logistikzentrum gebaut, das rund 1.000 Arbeitsplätze bringen soll. Wann der Betrieb dort losgehen soll, ist noch unklar. Die Gewerkschaft Verdi hat bereits die Ansiedlungen Amazons ins Auge gefasst und in gewohnter Manier die Bedingungen kritisiert. DGB-Regionsgeschäftsführer Fabian Scheller monierte, dass es bei Amazon keinen Tarifvertrag und keine betriebliche Mitbestimmung gebe – dafür aber Leih- und Zeitarbeit. 

Amazon wies die Kritik teils zurück: In den Logistikzentren gebe es keine Leiharbeiter. Außerdem wolle man mittelfristig Mitarbeiter aus der Zeitarbeit übernehmen, wird Amazon-Sprecherin Nadiya Lubnina in der Süddeutschen Zeitung zitiert. Zwar gebe es keinen Tarifvertrag, bei Amazon würden jedoch gute Löhne gezahlt, heißt es außerdem.

Wie viel kann man bei Amazon verdienen?

Die Mitarbeiter in den Amazon-Logistikzentren verdienen laut Amazon anfangs umgerechnet mindestens 11,10 Euro brutto pro Stunde, nach rund zwei Jahren könne ein Mitarbeiter auf knapp 2.500 Euro brutto im Monat kommen, hinzu kämen weitere Zusatzleistungen. 

Was ist der Unterschied zwischen Logistik-, Sortier- und Verteilzentrum?

Amazon betreibt drei verschiedene Arten von Zentren: In den großen Logistikzentren wird Ware der Händler angenommen, eingelagert, kommissioniert und verpackt. In den kleineren Sortierzentren werden die Pakete für den weiteren Versand nach Postleitzahlen sortiert, bevor sie über die kleinsten Standorte, die Verteilzentren, schließlich zum Endkunden geliefert werden.

Amazon betreibt in Deutschland nach eigener Aussage derzeit insgesamt 14 Logistikzentren an 13 Standorten. In Europa gibt es über 40 dieser großen Standorte. Darüber hinaus gibt es in Deutschland unter anderem kleinere Verteilzentren in Olching bei München, Berlin, Mannheim, Köln, Düsseldorf, Bochum und Raunheim (bei Mainz). Insgesamt arbeiten dort laut Amazon rund 13.000 feste Mitarbeiter.

 

/ Geschrieben von Markus Gärtner


Kommentare

#1 Jens Brumma 2020-07-22 12:58
Es ist extrem interessant, dass Amazon sagt, es gäbe bei ihnen keine Leiharbeit, gleichzeitig wolle man aber Mitarbeiter aus der Zeitarbeit übernehmen. Wie geht das denn, wenn man doch gar keine Zeitarbeiter hat?

Wenn Amazon behauptet, gute Löhne zu bezahlen, dann sollte Amazon aber auch erwähnen, dass man großzügig auf die Zahlung Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichtet. Da helfen auch die Werbespots nicht, in denen "Werkstreue" Mitarbeiter bekundenden, wie toll es bei Amazon ist, bzw. ein Handwerker erklärt, dass er beurteilen könne, ob eine Arbeit schwer wäre. Das haben nicht Laien in der Werbung zu beurteilen, sondern das Amt für Arbeitsschutz.



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