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Der Online-Riese Amazon hat die Erwartungen für das zweite Quartal pulverisiert und mehr als deutlich gemacht, dass er mit Blick auf Corona vergleichsweise krisenfest ist.

Amazon-Gebäude mit Logo an der Fassade
Sundry Photography / Shutterstock.com

Das abgelaufene Quartal lief für Amazon mehr als hervorragend: Während die Wirtschaft unter dem Druck der grassierenden Corona-Pandemie ächzte und unter anderem mit Ladenschließungen im Stationärhandel und zugleich einem Werbe-Einbruch im Digitalhandel zu kämpfen hatte, wuchs Amazon unaufhörlich weiter und hat dabei alle Erwartungen übertroffen.

Amazon: Umsatz im Online-Handel wuchs um fast 50 Prozent

Unterm Strich hat Amazon für das vergangene Quartal den höchsten Nettogewinn in seiner Unternehmensgeschichte eingefahren, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Dieser habe sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast verdoppelt und erreichte einen Wert von 5,2 Milliarden US-Dollar. Der Betriebsgewinn wird demnach mit 5,8 Milliarden US-Dollar ausgezeichnet. Wie sehr sich die Analysten getäuscht haben, zeigt auch ein Blick auf den Gewinn pro Aktie: Laut Prognosen wurde hier mit etwa 1,46 US-Dollar gerechnet. Tatsächlich lag er allerdings bei satten 10,30 US-Dollar.

Ebenfalls steil nach oben ging es beim Umsatz: Amazon peitschte diesen um deutliche 40 Prozent auf insgesamt 88,9 Milliarden US-Dollar nach oben. Im Vorjahreszeitraum lag er hingegen noch bei 63,40 Milliarden US-Dollar. Auch diese starke Entwicklung wurde von den Analysten nicht vorhergesehen. Ein sogar noch deutlicheres Umsatzplus verzeichnete Amazon im Bereich des reinen Online-Handels: Hier lag das Wachstum bei 49 Prozent. 

Jeff Bezos verweist auf die Bedeutung der Marktplatz-Händler

Erst kürzlich verkündete der Konzern hierzulande, dass deutsche Händler im Zeitraum der Corona-Pandemie (in den Monaten März bis Mai) einen erheblichen Anteil am Umsatz auf dem Marktplatz generierten: Fast zwei Drittel der Erlöse (65,1 Prozent) sollen die Dritthändler auf Amazon.de eingebracht haben – ein neuer Rekordwert.

Diese besondere Entwicklung beschränkt sich nicht nur auf den deutschen Markt. Auch im Rahmen der aktuellen Quartalszahlen ließ Amazon diesen Trend nicht unkommentiert: „Die Verkäufe von Drittanbietern stiegen in diesem Quartal erneut schneller als die Verkäufe von Erstanbietern von Amazon. Schließlich haben wir auch in dieser unvorhersehbaren Zeit in diesem Quartal erhebliche Summen in die Wirtschaft gesteckt und über 9 Milliarden US-Dollar in Kapitalprojekte investiert, darunter Fulfillment, Transport und AWS“, zitiert das Fachportal Golem den Amazon-Gründer Jeff Bezos. Darüber hinaus verwies der Konzernchef konkret auf mehr als 175.000 neue Arbeitsplätze, die seit März geschaffen wurden, sowie auf Personalprozesse, bei denen 125.000 dieser Angestellten in reguläre Vollzeitstellen gebracht würden.

Amazons Cloud-Sparte gilt weiter als Treiber

Neben so vielen Erfolgen im Handelsbereich musste allerdings auch Amazon an einer Stelle – nämlich fernab des Online-Handels – Einbußen hinnehmen. Da der Konzern auch im stationären Handel aktiv ist und beispielsweise die Bio-Supermarktkette Whole Foods oder seine urbanen Einkaufsläden Amazon Go betreibt, blieb auch er von Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen nicht verschont: Im stationären Sektor habe das Unternehmen ein Umsatzminus von 13 Prozent hinnehmen müssen.

Besonders gut lief es hingegen wieder im Bereich des Cloud Computings. Der Umsatz der Amazon Web Services (AWS) wurde für das zweite Quartal mit einem Anstieg von deutlichen 29 Prozent und einem Wert von 10,8 Milliarden US-Dollar angegeben. Im Vorjahr waren es noch 8,38 Milliarden Dollar. Obwohl diese Entwicklung laut Golem leicht unter den Prognosen der Analysten lag, steuert der Cloudbereich somit immerhin mehr als die Hälfte zum Betriebsgewinn hinzu.

Dass die aktuellen Amazon-Zahlen die Börsianer zum Jubeln bringen, dürfte klar sein. Vor drei Monaten stimmte Konzernchef Bezos noch auf ein schwächeres Quartal ein und ließ lediglich vorsichtige Prognosen zu. Mit erwarteten Zusatzkosten durch die Pandemie von satten vier Milliarden US-Dollar, die etwa durch den Erwerb von Schutzausrüstung für das Amazon-Team anfallen würden, sei es durchaus möglich, dass der gesamte operative Gewinn eingeschmolzen würde, hieß es damals.

/ Geschrieben von Tina Plewinski





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