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19 Millionen US-Dollar – das ist die Ausbeute, die vier Betrüger in den USA im Rahmen des Vendoren-Programms erbeutet haben sollen.

Geschäftsmann, der die Finger hinter dem Rücken kreuzt
seamind224 / Shutterstock.com

Mit Sicherheitssystemen kennt sich Amazon aus: Als milliardenschweres Unternehmen muss sich der Konzern schließlich gegen Kriminelle aller Art schützen – und das über alle Ebenen hinweg: etwa auf dem Online-Marktplatz oder auch in den eigenen Logistikzentren. Dass trotz umfangreicher Maßnahmen auch Amazon selbst Opfer von Betrug werden kann, zeigt nun ein aktueller Fall aus den Vereinigten Staaten.

Dort wird vier Brüdern zur Last gelegt, Amazon um insgesamt 19 Millionen US-Dollar betrogen zu haben. Ihre Betrugsmasche basierte dabei auf dem sogenannten Vendoren-Programm des Konzerns, bei dem die Händler ihre Produkte nicht über den Online-Marktplatz an Kunden verkaufen, sondern direkt als Lieferanten tätig sind und die Waren im Rahmen von B2B-Geschäften an Amazon vertreiben. 

So funktionierte der Betrug mit dem Vendor-Programm

Als „Overshipping“ bezeichnet das Branchenportal t3n die Masche, die die vermeintlichen Betrüger über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren angewendet haben sollen. Grundidee dabei war, dass die vermeintlichen Täter Amazon mehr Produkte in Rechnung gestellt haben, als Amazon eigentlich bestellt hatte. 

„Im Falle der Brüder bestellte Amazon etwa zwölf Kanister Desinfektionsspray zum Preis von 94,03 Dollar. Die Betrüger schickten Amazon stattdessen 7.000 Zahnbürsten, für die sie jeweils 94,03 Dollar verlangten. Dabei verwendeten sie die ASIN (Amazon Standard Identification Number) für das Spray – später stellten sie Amazon 650.000 Dollar in Rechnung“, wird das Vorgehen beschrieben. Auch die Veränderung der entsprechenden ASINS spielte dabei eine Rolle.

Vorwurf: Rechnungsbetrug und Geldwäsche

Die vier Beschuldigten seien bereits in der letzten Woche festgenommen worden. Ihnen werden konkret Rechnungsbetrug sowie Geldwäsche vorgeworfen. Zwischendrin habe Amazon die Betrugsmasche aufdecken können und habe als Konsequenz die Vendor-Konten der Beschuldigten gesperrt. Allerdings hätten diese unter Zuhilfenahme falscher Angaben und Virtual Private Networks einfach neue Konten genutzt.

Im Rahmen des Verfahrens könnte sich die Anklage laut t3n auf entsprechende Chats des Kurznachrichtendienstes WhatsApp stützen, in denen die Brüder „recht freimütig über ihre Betrügereien kommuniziert haben dürften“, heißt es weiter. Die Nachrichtenseite Wired habe überdies Mutmaßungen über den Antrieb einer der Beschuldigten angestellt: So sei in besagtem Chat geschrieben worden, dass das Ziel der Betrugsmasche sei: „to fuck Amazon“. 

Einen Einblick in die Gerichtsdokumente gibt es an dieser Stelle.

/ Geschrieben von Tina Plewinski





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