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Die Amazon-Initiative digital-engagiert unterstützt die Hochschule München bei einem Leseprojekt für straffällig gewordene Jugendliche.

Lesender Junge
Jan H Andersen/Shutterstock.com

Bei der Bestrafung von Jugendlichen, die Straftaten begehen, steht nicht die Strafe, sondern die Resozialisierung im Vordergrund. Ziel der Jugendgerichte ist es in der Regel, dafür zu sorgen, dass die straffällig gewordenen Minderjährigen keine weiteren Vergehen begehen und nicht einfach nur „weggesperrt“ werden. Studien – etwa die Bertelsmann-Studie „Unzureichende Bildung: Folgekosten durch Kriminalität“ – belegen, dass Bildungsförderung einen positiven Weg begünstigen kann. In Leseprojekten sehen Jugendgerichte eine pädagogische Möglichkeit, auf Straftaten zu reagieren.

Lesen statt Sozialstunden

Eines dieser Leseprojekte ist KonTEXT von der Hochschule München, das bereits seit zehn Jahren besteht. „In sogenannten Leseweisungen, die von Gerichten angeordnet werden, müssen sich die Jugendlichen intensiv mit einem Buch ihrer Wahl auseinandersetzen“, erklärt der Amazon-Blog. Dazu gehöre aber oft Überzeugungsarbeit, so Ramona Weisenbach, die an KonTEXT mitarbeitet: „Die Jugendlichen wurden ja von Richtern zum Lesen angewiesen – große Lust haben die wenigsten dazu“. Die Auseinandersetzung mit Literatur sei aber zielführender „als Sozialstunden beim Müllsammeln abzubummeln“.

Die Jugendlichen dürfen sich die Bücher selbst aussuchen, treffen sich regelmäßig mit Mentoren, um über das Gelesene zu diskutieren und müssen am Ende eine Abschlussarbeit abliefern – das können aber auch eine Kurzgeschichte, Zeichnungen oder selbst erdachte Musikstücke sein. Diese Art der Arbeit treffe bei den Jugendlichen auf offene Ohren.

Digitales Angebot für mehr Reichweite

Das KonTEXT-Team hat nach eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit zwei Jugendarrestanstalten in München und Landshut bereits etwa 7.000 straffällige Menschen begleitet. Man würde gerne noch mehr Jugendliche erreichen, individuelle Betreuung ist aber zeitintensiv und aufwendig. Um digitale Lernangebote für die Jugendlichen anbieten zu können und damit mehr Menschen zu erreichen, arbeitet das Projekt nun mit der Initiative digital.engagiert von Amazon zusammen. Von Gamification-Ansätzen inspiriert, werde aktuell ein Chatbot entwickelt, der die Jugendlichen ans Lesen erinnern und sie belohnen soll, wenn sie dabeibleiben. Mit Podcasts oder Videos soll der Chatbot zudem Inspiration liefern. Ist er irgendwann fertig, soll die Idee von „KonTEXT goes digital“, die es bereits seit Jahren gebe, endlich Realität werden.

 

/ Geschrieben von Christoph Pech





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