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Amazon offenbart erstmalig Corona-Zahlen: Rund 20.000 Mitarbeiter seien in den USA mit dem Virus infiziert oder es bestehe ein Verdacht. Zu Deutschland will das Unternehmen keine Zahlen bekanntgeben.

Corona
Lightspring / Shutterstock.com

Die Zahl der Corona-Infektionen und Verdachtsfälle waren bei Amazon bisher ein recht gut gehütetes Geheimnis. Kritik an den Schutzmaßnahmen und dem Umgang mit der Krise gab und gibt es eh schon zuhauf. In den USA läuft wegen eines Covid19-Todesfalls auch eine Klage gegen Amazon, in Deutschland und anderen Ländern gab es Proteste, die Gewerkschaft Verdi pochte auf eine Schließung von Logistikzentren. Zuletzt forderten sogar Amazon-Aktionäre endlich mehr Transparenz

Wie viele Corona-Fälle gibt es bei Amazon Deutschland?

Amazon musste diesem Druck jetzt wohl nachgeben und veröffentlichte in einem Blogbeitrag erstmals offizielle Zahlen, nachdem Informationen darüber vorher stets abgelehnt wurden. So gebe es 19.816 bestätigte oder vermutete Covid-19-Fälle (Stand: 19.9.2020) bei den US-Mitarbeitern von Amazon und Tochterfirmen wie etwa Whole Foods. Das entspräche 1,44 Prozent der 1,37 Millionen Angestellten. Laut cnbc gibt es auch mindestens acht bestätigte Corona-Todesfälle bei Amazon. Für Deutschland gibt Amazon weiter keine Zahlen zu Infektionen in den Logistiklagern bekannt, wie ein Amazon-Sprecher auf Anfrage von Amazon Watchblog mitteilt.

Amazon verweist darauf, dass in den USA die Infizierten-Rate im Unternehmen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung wohl eher gering sei. Laut einer Amazon-eigenen Analyse hätten die Fallzahlen bei Amazon dann um 42 Prozent höher sein müssen.

Amazon fordert von anderen Unternehmen mehr Corona-Transparenz

Etwas kurios: Amazon erhofft sich von seinem erzwungenen Vorstoß jetzt auch andere Unternehmen zu mehr Transparenz zu bewegen: „Wir hoffen, dass auch andere große Unternehmen ihre detaillierten Erkenntnisse und Fallzahlen veröffentlichen werden, denn dies wird uns allen helfen. Dies ist kein Bereich, in dem Unternehmen miteinander konkurrieren sollten – dies ist ein Bereich, in dem Unternehmen sich gegenseitig helfen sollten.(...) Die breite Verfügbarkeit von Daten würde es uns ermöglichen, unsere Fortschritte zu bewerten und bewährte Verfahren über Unternehmen und Branchen hinweg auszutauschen.“

Auch Amazons größter US-Konkurrent Walmart hat laut cnbc keine aktuellen Zahlen preisgegeben, im April – zu Beginn der Pandemie – betrug die Infizierten-Rate dort weniger als ein Prozent.

Amazon hat im Kampf gegen Corona unter anderem über 150 Prozesse in den Logistiklagern weltweit verändert, z. B. Schichtzeiten angepasst.  Außerdem feilen Experten auch an technischen Hilfen wie dem Distance Assistant.

 

/ Geschrieben von Markus Gärtner





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