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Amazon-Angestellte aus den US-Logistiklagern kämpfen mit einer Petition für genügend Zeit, um wählen zu gehen.

Wähler in den USA
SeventyFour / Shutterstock.com

Am Wahltag des 3. Novembers entscheidet sich die nähere Zukunft der USA, die Wähler müssen sich zwischen Trump und Biden entscheiden. Doch manche befürchten, an dem Tag ihre Stimme gar nicht abgeben zu können – weil sie nicht genügend Zeit haben werden. Angestellte, vor allem aus Amazons Logistik-Lagern, fordern jetzt in einer Petition einen Tag Urlaub, um wählen zu gehen, wie NBC berichtet.

In der Petition in Amazons internem Feedback-System fordern über 3.000 Mitarbeiter Amazon auf, sie um den 3. November für einen Tag freizustellen, damit sie überhaupt wählen gehen können. Was für deutsche Verhältnisse zunächst ungewohnt klingt, wird durch die Bedingungen der Amazon-Mitarbeiter klar: Viele müssen lange Strecken zu den Verteilzentren pendeln, hinzu kommen verschiedene Schichtzeiten und mehr Arbeit durch den Bestellboom in der Coronakrise. Außerdem wird es durch die Corona-Schutzmaßnahmen in den Wahlbüros zu langen Warteschlangen kommen, schon jetzt berichteten Wähler aus dem US-Bundesstaat Georgia – wo bereits gewählt wird – von Wartezeiten bis zu zehn Stunden.

Facebook, Walmart und Apple bieten extra Wahl-Zeit

„Ich fordere das Unternehmen nachdrücklich auf, der gesamten US-Arbeitnehmer-Belegschaft einen bezahlten Tag / Schichturlaub zu gewähren, der bis zum Wahltag am 3. November jederzeit in Anspruch genommen werden kann“, heißt es in der Petition. Der Tag solle in jedem Wahljahr für alle Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Amazon hat inklusive der Angestellten bei Whole Foods rund 1,4 Mio. Mitarbeiter weltweit und ist damit der zweitgrößte private US-Arbeitgeber nach Walmart. Andere Unternehmen der Tech-und Handels-Branche wie eben Walmart, Target, Facebook, Twitter, Uber, PayPal und Apple bieten ihren Beschäftigten die Möglichkeit der Stimmabgabe in der Arbeitszeit.

Amazon-Angestellte müssen sich einzeln freistellen lassen

Die Amazon-Sprecherin Jaci Anderson verwies auf individuelle Regelungen bei dem E-Commerce-Riesen. „In allen 47 Staaten mit persönlicher Stimmabgabe können Mitarbeiter, die vor oder nach ihrem geplanten Arbeitstag nicht genügend Zeit haben, um abzustimmen, eine entschuldigte Freistellung beantragen und erhalten. Die Anzahl der Stunden und der Lohn, die den Angestellten zur Verfügung gestellt werden, variiert von Bundesstaat zu Bundesstaat in Übereinstimmung mit den örtlichen Gesetzen.“

Die Petition wurde von der Amazon-internen Initiative „Amazon Employees for Climate Justice“ gestartet, die sich ansonsten für mehr Umweltschutz bei dem Unternehmen stark macht. Auf deren Seite plädieren verschiedene Amazon-Angestellte anonym für die extra Wahl-Zeit. „Es beunruhigt mich, dass meine Kollegen zwischen dem Erscheinen zur Arbeit und dem Verdienen ihres Lebensunterhalts oder dem Erscheinen zur Wahl wählen müssen“, so ein Lagerarbeiter.

Amazon hat einen enormen Einfluss auf die Wählerbeteiligung 

„Als zweitgrößter Arbeitgeber der Vereinigten Staaten kann Amazon einen enormen Einfluss auf die Wählerbeteiligung haben. Acht Stunden bezahlte Freistellung könnten fast eine Million Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Amazon befähigen, aktiv an unserer Demokratie teilzunehmen. Es wäre auch ein Signal, dass das Wählen eine Verantwortung für uns alle ist“, erklärt die Initiative.

/ Geschrieben von Markus Gärtner





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