Mit den weihnachtlichen Sonderzahlungen für Amazon-Beschäftigte zeigt sich Verdi äußerst unzufrieden.

Gewerkschaft: Schriftzug von Verdi an einer Hauswand
nitpicker / Shutterstock.com

Wie in jedem Jahr nutzt Verdi die Weihnachtszeit, um auf vermeintliche Missstände beim Online-Händler Amazon aufmerksam zu machen und den Druck auf das US-Unternehmen zu erhöhen. Da bildet auch das Corona-Jahr 2020 keine Ausnahme. Seit Beginn der Nachtschicht wird beispielsweise aktuell der Standort Graben bei Augsburg bestreikt. Aufgerufen wurde hier zu einer mehrtägigen Aktion. Die Gewerkschaft fordert im Rahmen des Ausstandes ein tarifliches Weihnachtsgeld.

Verdi verweist auf Notwendigkeit des Weihnachtsgeldes

Zwar seien im Hause Amazon für die eigenen Mitarbeiter mit Blick auf das Weihnachtsfest schon finanzielle Zuwendungen vorgesehen, doch Verdi spricht nach Angaben von BR24 an dieser Stelle von einer „mickrigen Jahressonderzahlung in Höhe von 400 Euro brutto“, die nicht ausreichend sei. „Immenser Druck, immer höhere Anforderungen und mangelnde Wertschätzung der Beschäftigten haben das Fass zum Überlaufen gebracht“, zitiert das Portal Verdi aus einer offiziellen Mitteilung.

Das Weihnachtsgeld sei der Gewerkschaft zufolge für viele Mitarbeiter kein Luxus, sondern vielmehr die Möglichkeit, aufgeschobene Zahlungen zu begleichen. Als Beispiele wird konkret auf Fälle wie Autoreparaturen, Geschenke oder Zahnersatz verwiesen, die mit dem normalen Monatslohn zum Teil nicht bewältigt werden könnten.

Amazon spricht von „exzellenten Zusatzleistungen“ (Update vom 15.12.)

Amazon hat sich zu den Vorwürfen von Verdi bereits geäußert. Ein Sprecher des Unternehmens ließ uns folgendes Statement zukommen:

„Amazon bietet ein Umfeld, in dem man gerne arbeitet, sich einbringen und erfolgreich sein kann. Wie jeden Tag konzentrieren sich auch heute unsere Teams darauf, die Pakete zum Kunden zu bringen. Auswirkungen auf Kundenlieferungen haben die Aktionen nicht, der allergrößte Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Graben arbeitet auch heute ganz normal. Das Lohnpaket samt der Zusatzleistungen und unsere Arbeitsbedingungen bestehen auch im Vergleich mit anderen wichtigen Arbeitgebern in der Region. Tatsache ist, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Amazon bereits von exzellenten Löhne, exzellenten Zusatzleistungen und exzellenten Karrierechancen profitieren - und das alles in einer sicheren, modernen Arbeitsumgebung.“

/ Geschrieben von Tina Plewinski

Kommentare

#2 Sonja Ehlers 2020-12-15 14:34
.........wie die bekommen noch Weihnachtsgeld??
Das gibt es bei uns schon seit Jahren nicht mehr.
Die jammern auf ganz schön hohen Niveau.
#1 Danlow 2020-12-15 03:20
Die armen, einfachen und unterbezahlten Arbeiter...
Die Wahrheit ist, dass Amazon Mitarbeitern des o. g. Standortes wohl mindestens 12,12€ pro Stunde bezahlt. Bei einer 40-Std.-Woche sind das 2.133,12€ Bruttoeinkommen pro Monat, wenn man das mit 22 Arbeitstagen berechnet. Mit alleine dieser Bonuszahlung wären wir dann bei 25.997,44€ im Jahr. Ich weiß ja nicht, ob das für Ungelernte wirklich ein so schlechter Lohn ist.



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