Amazon, Investmentgigant Berkshire Hathaway und die US-Bank JPMorgan Chase beerdigen ihr gemeinsames Gesundheitsunternehmen Haven.

Africa Studio / shutterstock.com
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Eigentlich klang alles unfassbar vielversprechend: Mit Amazon als wertvollstes Unternehmen der Welt und HighTech-Schmiede, Berkshire Hathaway als Mega-Investor und JPMorgan Chase als größte US-Bank – was soll schon schiefgehen, wenn diese Riesen gemeinsam ein Projekt starten? Die drei Partner wollten mit dem gemeinsamen Gesundheitsunternehmen Haven (deutsch „Zuflucht“) eigentlich die medizinische Versorgung ihrer Mitarbeiter und möglicherweise auch der gesamten US-Bevölkerung verbessern, jetzt ist das Projekt aber gescheitert, wie cnbc berichtet.

Amazons Gesundheitsunternehmen schließt im Februar 2021

Das Gesundheitssystem der USA steht immer wieder für seine Ungleichheit, Komplexität und Kosten in der Kritik. Das Joint Venture Haven startete 2018, um zunächst den Mitarbeitern der beteiligten Firmen bessere Services, preiswertere Medikamente und eine eigene Krankenkasse zu bieten, später hätte das Konzept möglicherweise auch auf die Gesamtbevölkerung der Vereinigten Staaten ausgerollt werden können, so die Idee. Die Aktien konkurrierender Unternehmen in Medizin und Gesundheit stürzten damals ab. Doch jetzt verkündete das Unternehmen in knappen Worten das Ende: „Haven wird seine unabhängige Tätigkeit Ende Februar 2021 beenden. In Zukunft werden Amazon, Berkshire Hathaway und JPMorgan Chase & Co. diese Erkenntnisse nutzen und weiterhin informell zusammenarbeiten.“

Darum ist Amazons Haven gescheitert

Als Gründe für das Scheitern werden die Alleingänge der Unternehmen genannt: So hätten alle drei eigene Projekte mit ihren eigenen Mitarbeitern durchgeführt, berichten Insider. Schwer vorstellbar, dass die gemeinsame Planung dreier Branchenriesen derart schief laufen kann. Das Handelsblatt vermutet, dass sich auch die Anforderungen und Bedingungen der Unternehmen unterschieden haben könnten: Eine gemeinsame Krankenversicherung für einen Investmentbanker und einen Lager-Arbeiter ist wohl nicht so leicht zu gestalten. Die 57 Angestellten des in Boston ansässigen Unternehmens sollen bei Amazon, Berkshire Hathaway oder JPMorgan unterkommen. 

Wie das Ende von Haven Amazons andere Gesundheitsprojekte beeinflusst, ist unklar. Der Online-Riese wird aber seine im November 2020 gestartete Online-Apotheke Pharmacy vorantreiben, mit dem Programm Amazon Care bietet das Unternehmen für seine eigenen Mitarbeiter ohnehin schon eine gesundheitliche Teil-Versorgung.

/ Geschrieben von Markus Gärtner





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