Beim Online-Riesen Amazon wird vor Ostern mal wieder gestreikt.

Streik: Faust mit Schild in der Hand
Paul Craft / Shutterstock.com

Gerade wenn es auf shopping-stärkere Tage zu geht, wird bei Amazon immer wieder gestreikt. Nachdem im vergangenen Jahr etwa rund um das Schnäppchen-Event Prime Day oder auch zu Weihnachten mancherorts die Arbeit niedergelegt wurde, nutzt die Gewerkschaft Verdi nun auch das anstehende Osterfest, um den Druck auf den Konzern zu erhöhen.

Amazon: Vier Tage Streik an sechs Standorten

Am Sonntag hat in diesem Rahmen ein mehrtägiger Streik begonnen, der über vier Tage andauern und sich auf insgesamt sechs Verteilzentren des Konzerns erstrecken soll. Bestreikt werden sollen die beiden Standorte in Bad Hersfeld sowie die Standorte Rheinberg, Werne, Koblenz und Leipzig. Mit den Protesten kämpft Verdi nach eigenen Aussagen nicht nur dafür, dass die Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels anerkannt werden, sondern auch für den Abschluss eines Tarifvertrages.

„Amazon verdient sich in der Corona-Krise weiter eine goldene Nase. Schon deshalb muss die Tarifflucht dort beendet werden. Unsere Kolleginnen und Kollegen fordern im Einzel- und Versandhandel der verschiedenen Bundesländer Lohnsteigerungen von 4,5 Prozent plus mindestens 45 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Das muss dieses Jahr auch bei Amazon drin sein“, wird Orhan Akman von Verdi auf der Gewerkschafts-Website zitiert.

Amazon als Projektionsfläche für diverse kritische Gruppen?

Wie das Fachportal Golem schreibt, zeigt sich Amazon indes unbeeindruckt von den Arbeitsniederlegungen. Der Konzern habe demnach schon vorab von den Plänen erfahren und ließ verlauten, dass es keine Auswirkungen auf die Paketsendungen der Kunden geben werde. Diese Gelassenheit dürfte auch der Erfahrung geschuldet sein, denn wie es weiter heißt, sollen bei Streikaufrufen in der Vergangenheit mehr als 90 Prozent der Mitarbeiter an den logistischen Standorten „ganz normal gearbeitet“ haben. Darüber hinaus beklagt Amazon, dass man mittlerweile „zu einer Projektionsfläche für Gruppen geworden [sei], die Aufmerksamkeit für ihre Themen suchen“.

/ Geschrieben von Tina Plewinski





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