Streamern, die das Gaming-Portal Twitch nutzen, will Twitch auch außerhalb des Portals genau auf die Finger schauen.

Gamer sitzt am PC und zockt Spiele
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Amazons Gaming-Portal Twitch ist für viele Gamer einer der großen Hotspots der Branche. Allerdings hat der Dienst auch strenge Regeln: Um Nutzer vor Gewalt, Drohungen, Hass, Nacktheit oder Identitätsdiebstahl zu schützen, hat das Unternehmen in der Vergangenheit deutlich gezeigt, dass es vor der Sperrung von Konten nicht zurückschreckt. Auch teils lapidar anmutende Verfehlungen wurden schon abgestraft und ob ihrer Schärfe kritisiert. Unter Streamern ist Twitch durchaus für hartes Durchgreifen bekannt.

Twitch verweist auf soziale Medien oder Offline-Verhalten

Nun will das Gaming-Portal noch einen Schritt weitergehen, um die User zu schützen: Wie GeekWire berichtet, will Twitch gravierendes Fehlverhalten von Nutzern auch dann ahnden, wenn dieses gar nicht auf Twitch selbst, sondern gänzlich abseits der Plattform – etwa offline oder auf anderen Online-Portalen – begangen wurde. Selbst Vergehen, die zeitlich vor der Nutzung von Twitch lagen, sollen dabei berücksichtigt werden. 

In einem entsprechenden Blogbeitrag erklärt Twitch: „Gemäß unserer aktuellen Richtlinien werden wir in einigen schwerwiegenden Fällen, in denen es nachprüfbare Beweise gibt, möglicherweise Maßnahmen gegen Nutzer wegen hasserfüllten Verhaltens oder Belästigung ergreifen, die außerhalb der Twitch-Dienste auftreten – also in sozialen Medien, anderen Online-Diensten oder sogar offline –, wenn sich diese gegen Mitglieder der Twitch-Community richten.“

Diese Verhaltensweisen werden geahndet

Die Neuerungen teilt Twitch in zwei Kategorien ein: Erstens, wenn jemand sowohl auf Twitch als auch außerhalb des Portals belästigt wird und diese Belästigungen nachprüfbar sind. Wie das Unternehmen schreibt, funktioniere auf diese Weise die bisherige Off-Service-Richtlinie, an der sich auch künftig nichts ändern wird.

In der Kategorie zwei geht es allerdings um schwerwiegende Straftaten, die sich vollständig abseits der Gaming-Plattform abspielen und für die Twitch-Community „ein erhebliches Sicherheitsrisiko“ darstellen. Als Beispiele für solche Verhaltensweisen nennt Twitch etwa tödliche Gewalt und Extremismus, terroristische Aktivitäten inklusive Rekrutierung, die Bedrohung durch Massengewalt (also Gewalt gegen Personengruppen), Aktivitäten in Hassgruppen, sexuelle Ausbeutung und Übergriffe, physische Bedrohung oder Gefährdung der Twitch-Community und des Twitch-Teams.

Neue Twitch-Regeln sind völlig „neuartiger Ansatz“

„Maßnahmen gegen Fehlverhalten zu ergreifen, das völlig außerhalb unseres Dienstes liegt, ist sowohl für Twitch als auch für die gesamte Branche ein neuartiger Ansatz, von dem wir jedoch glauben [...], dass er von entscheidender Bedeutung ist, um das Richtige zu tun“, kommentiert das Unternehmen weiter. Zudem verweist der Dienst darauf, dass man auch früher schon gegen schwerwiegendes Fehlverhalten außerhalb von Twitch vorgegangen sei, allerdings hatte man bis dato „keinen skalierbaren Ansatz“. 

Im Rahmen der überarbeiteten Richtlinien strebe Twitch auch die Zusammenarbeit mit anderen Parteien, etwa Strafverfolgungsbehörden, Kanzleien oder externen Diensten an, um im Fall der Fälle an relevante Beweise zu gelangen und Fehlverhalten ahnden zu können.

Die Anpassungen der Richtlinien folgen und ergänzen laut GeekWire jene Änderungen, die schon im Januar in Kraft getreten waren und die sich explizit gegen Hass und Belästigung richten. Auch personell habe sich in diesem Bereich kürzlich etwas getan, denn Angela Hession, die zuvor beim Tech-Giganten Microsoft die Leitung des Sektors Spielesicherheit und -vertrauen inne hatte, verstärkt seit November vergangenen Jahres das Twitch-Team in Sachen Sicherheit und Vertrauen.

Weitere Einzelheiten zu den Vorgehensweisen stellt Twitch im Bereich seiner Community-Richtlinien und insbesondere in der Kategorie „Richtlinie zu Verhaltensweisen außerhalb von Twitch zur Verfügung“.

/ Geschrieben von Tina Plewinski




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