Eine Razzia, Ruf nach Zerschlagung und ein haariges Geschäftsmodell beim Glatzenmann Jeff Bezos – die besten Geschichten aus dem April in unserem Monatsrückblick.

April
Gustavo Frazao / Shutterstock.com

Kritik und Kriminalität: Razzia und Druck bei Amazon

Ein kleines Unternehmen wirft Amazon vor, Druck ausgeübt zu haben: Der Online-Riese wollte wohl die Nutzerdaten des Smart-Home-Anbieters haben. Auch Daten haben wollten die Beamten, die eine Razzia bei Kölner Paketboten durchführten. Ob die deutschen Fahrer auch tricksen müssen wie ihre US-amerikanischen Kollegen? Diese tauschen nämlich teils Handys, um Amazons Vorgaben zu erfüllen. Getrickst hat auch das FBI ein bisschen, um einen Bösewicht zu fangen, der ein Sprengstoffattentat auf Amazon verüben wollte: Ein verdeckter Ermittler gab sich als Sprengstoffverkäufer aus und konnte den Kriminellen fassen.

Unternehmen: Amazon als bester Arbeitgeber – aber nicht bester Steuerzahler

So viele Gegensätze: Amazon-Chef Bezos gab in seinem heiß erwarteten alljährlichen Befindlichkeitsbrief bekannt, dass seine Firma der beste Arbeitgeber der Welt werden will. Der beste Steuerzahler hingegen ist Amazon nicht, findet US-Chef Joe Biden – und will die entsprechenden Tricks von Amazon stoppen. In ein ähnliches Horn bläst eine Allianz verschiedener Unternehmen und Verbände in den USA, die Amazon am liebsten ganz zerschlagen will. Auch wenig Lust auf Amazon hatte in den 90er Jahren der deutsche Megakonzern Bertelsmann, obwohl man schon mit „Paradiesvogel“ Bezos im Gespräch war – ein Giga-Fehler, wie man heute weiß. 

Oscars und Prime Video: Taube Drummer, schwarze Adler und Bully im Doppelpack

Der wichtigste Filmpreis wurde vergeben und auch Amazon heimste zwei Oscar-Trophäen für „Sound of Metal“ ein: Darin geht es um einen Schlagzeuger, der sein Gehör verliert. Seinen Ohren kaum trauen dürfte man leider bei all dem Hass, der deutschen Fußball-Nationalspielern in der Doku „Schwarze Adler“ zu teil wird. Die Doku läuft derzeit bei Prime Video. Dort ist auch Michael Bully Herbig derzeit doppelt zu sehen: Einerseits in der neuen Staffel von „Last One Laughing“, andererseits als Schauspieler im neuen Film „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“.

Amazon-Mitarbeiter: Führungskräfte gehen, Logistik-Personal ohne FFP2-Maske

In einer Tabelle basierend auf Daten des Portals Kununu kann man einige Gehälter verschiedener Jobs bei Amazon sehen – gemeinhin ist es oft zu wenig, so die stete Kritik. Zu wenig Geld ist etwas überraschend auch einer der Gründe, warum auch Führungskräfte auf höheren Ebenen den Konzern verlassen: Diese verdienen bei StartUps mehr. Mitarbeiter im deutschen Amazon-Logistiklager Winsen dürfen keine FFP2-Masken tragen. Der mögliche Grund: Amazon müsste den Mitarbeitern dann Extra-Pausen gewähren. 

Handel: Amazons Friseursalon, Übernahme von Amazon-Händlern

Wieder mal hat Amazon viele Ideen, die nicht an den Haaren herbeigezogen sind: Obwohl bei dem neu gestarteten Friseursalon natürlich Locke, Strähne und Dauerwelle im Fokus stehen. Da fällt sicher was ab. Ebenso dürften vielleicht auch Amazons geplante Elektro-Restwaren-Shops mal für Aufregung sorgen, derzeit liegen die Pläne aber wegen der Corona-Pandemie auf Eis. Das Geschäft größerer Unternehmen, kleinere Amazon-Händler aufzukaufen und zu skalieren, läuft hingegen flüssig: Immer mehr Unternehmen mischen mit, darunter auch die deutsche Berlin Brands Group. 

/ Geschrieben von Markus Gärtner




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