Stunt-Leute klagen über die Drehbedingungen bei Amazons neuer „Herr der Ringe“-Serie, es gab schon schwere Verletzungen.

Brennende Stunt-Leute
Huns / Shutterstock.com (Symbolbild)


Es soll der große Wurf der Amazon Studios werden: Die „Herr der Ringe“-Serie, die gerade in Neuseeland gedreht wird, ist die teuerste Serie aller Zeiten und soll zum „Game of Thrones“ von Amazon Prime Video avancieren. Bis jetzt hat die Amazon-Produktion mit dem großen Vorbild aber zunächst nur das viele Blut gemeinsam, denn am Film-Set gab es schon einige verletzte Stunt-Leute, wie das neuseeländische Online-Portal nzherald.co.nz berichtet. Das Portal hat mit einigen Mitarbeitern der Film-Crew gesprochen.

So haben bisher in jüngster Zeit mindestens drei Stunt-Profis schwere Verletzungen erlitten. Bereits im März verletzte sich die Stuntfrau Dayna Grant (u. a. „Mad Max: Fury Road“, „Xena“) an Wirbelsäule und Kopf sowie Stuntman Thomas Kiwi an der rechten Schulter; ein weiterer Mitarbeiter sei wegen psychischer Probleme ausgeschieden, heißt es. Schon 2020 hatte sich die Stuntfrau Elissa Cadwell verletzt.

Amazons Serien-Dreh: Mangelnde Sicherheit für die Stunt-Leute?

Thomas Kiwi berichtet, dass er u. a. stundenlang einen Rückwärtssalto ausführen musste, obwohl er dabei nicht wie eigentlich vorgesehen passend mit Stützdrähten ausgerüstet wurde. Sein Arm blieb immer wieder in den Drähten hängen. Außerdem gab es keine Absprachen bzw. Fotos der Szenen vorab, wie es eigentlich üblich sei. Der Stunt-Man klagt über mangelnde Sicherheitsstandards beim Dreh.

Es sei das schlimmste Film-Set, an dem er gearbeitet habe. „Sie haben das meiste Geld, und trotzdem ist es so unsicher, wie sie die Dinge machen. Das ist nicht gut, erst Recht nicht bei dem Budget“, moniert Kiwi. Er verließ nach dem Unfall die Produktion und hat seit der Verletzung nicht mehr gearbeitet. Weitere anonyme Mitarbeiter klagen ebenfalls, dass es immer wieder zu Verletzungen komme.

Das sagt Amazon zu den Vorwürfen

Amazon Studios wies die Vorwürfe zurück und verweist darauf, dass Sicherheit eine Top-Priorität sei und das Unternehmen seine Verantwortung gemäß den neuseeländischen Richtlinien zur Sicherheit am Arbeitsplatz erfüllt habe. „Amazon Studios nimmt die Gesundheit, das physische und emotionale Wohlergehen unserer Darsteller und Crew extrem ernst“, erklärte eine Sprecherin.

Die Schauspielerin Lucy Lawless („Xena – Die Kriegerprinzessin“) hat für ihre Ex-Stuntfrau Dayna Grant eine Spendenaktion für eine Notoperation gestartet. 

Wir haben über Amazons Filmgeschäft und die bisher größten Erfolge in einem eigenen Beitrag berichtet.

/ Geschrieben von Markus Gärtner




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