Mit einer neuen Investition dringt Amazon noch stärker in den medizinischen Markt ein.

Medizinische Forschung: Forscher am Mikroskop
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Der medizinische Bereich ist ein Sektor, den Amazon in den vergangenen Jahren verstärkt ins Auge gefasst hat und den der Konzern mit immer neuen Investitionen und Projekten durchdringt. Dies zeigt sich auch anhand einer Beteiligung an der US-amerikanischen Biotechnologie-Firma Nautilus: Wie Amazon Ende Juni selbst mitteilte, habe man sich 1,46 Millionen Nautilus-Aktien mit einem Wert von 14,7 Millionen US-Dollar gesichert, berichtet Cnbc.

Biomedizin: Darum ist die Forschung von Nautilus so wichtig

Nautilus arbeitet demnach an einem Prototyp für ein Gerät, das das menschliche Proteom analysieren kann. Beim Proteom handelt es sich laut dem Fachportal Chemie.de um die Gesamtheit aller Proteine in einem Lebewesen. Das Besondere daran: Es verändert sich beispielsweise durch Umwelteinflüsse, Krankheiten, Medikamente oder andere äußere Einwirkungen. Selbst durch Ernährung kann das Proteom beeinflusst werden.

Die Forschung, die Nautilus rund um das Proteom betreibt, könnte gerade auch mit Blick auf die aktuelle Corona-Pandemie von großer Bedeutung sein, denn sie könnte „Forschern helfen, Behandlungen für Menschen zu finden, die nach einer Ansteckung mit Covid-19 schwere Lungenschäden erleiden“, heißt es bei Cnbc weiter. Auch im Rahmen des Zulassungsprozesses von Impfstoffen könnte die Proteom-Forschung des Unternehmens Hilfe leisten.

Amazons Bestrebungen auf dem Medizin-Markt

Dass die Investition von Amazon in Nautilus durchaus größere Tragweite und Bedeutung für die Branche hat, zeigen auch Bewegungen am Markt: Die Aktie von Nautilus ist kurz nach Bekanntwerden der Investition zwischenzeitlich um mehr als 50 Prozent in die Höhe geschnellt. Nautilus selbst ist noch gar nicht lange an der Börse vertreten: Erst im Juni feierte das Unternehmen seinen Start auf dem Börsenparkett, nach einer Fusion mit einer Zweckgesellschaft. 

Für Amazon ist die Investition ein weiterer Ausbau der Aktivitäten im medizinischen Bereich. Und da war das Unternehmen in den letzten Jahren ziemlich aktiv: Für großes Aufsehen hatte beispielsweise der Kauf der Online-Apotheke Pillpack im Sommer 2018 gesorgt. Im November letzten Jahres hatte Amazon erst seine hauseigene Online-Apotheke Amazon Pharmacy ans Netz genommen und sich durch den Medikamentenversand nicht nur neue Potenziale erschlossen, sondern damit auch verdeutlicht, dass man in den USA das Apotheken-Geschäft erobern will.

Auch den eigenen Gesundheitsdienst Amazon Care hat der Konzern in den letzten Monaten immer weiter ausgebaut und das Angebot auch auf andere US-Firmen ausgeweitet.

/ Geschrieben von Tina Plewinski




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