Die spanische Polizei hat eine internationale Bande von Drogenschmugglern festgenommen, deren Mitglieder sich teils als Amazon-Lieferanten ausgegeben haben.

Symbolfoto Guardia Civil
© Guardia Civil (Symbolfoto)

Diese Lieferungen wurden sicher nicht über Amazon bestellt – eher im Darknet. In Spanien flog eine Bande von Drogenhändlern auf, die für ihr Geschäft als Amazon- und DHL-Transporter getarnte Fahrzeuge nutzte, wie das spanische Portal El Confidencial berichtet.

Chef der Bande ist wohl ein 37-jähriger Deutscher, der den internationalen Drogenhandel aus Puerto de Santa María bei Cádiz geleitet hat. Die Dealer brachten von Spanien aus Haschisch und Marihuana nach Deutschland, Frankreich, Luxemburg und die Niederlande. Dafür bauten sie doppelte Böden in die Transporter ein, die den Anschein erwecken sollten, im Auftrag von Amazon oder DHL unterwegs zu sein.

Drogenkurier gab sich als Amazon-Fahrer aus

Kurios ist, wie die spanische Polizei Guardia Civil dem Drogenring auf die Spur kam: Eine rivalisierende Drogenbande überfiel im April 2020 auf einer Fernstraße einen Transporter und raubte das Fahrzeug und die Drogen. Der zurückgelassene deutsche Fahrer wurde schließlich auf dem Standstreifen von der Polizei aufgegriffen und gab sich als Amazon-Lieferant aus. Es stellte sich heraus, dass er bereits kurz zuvor in Frankreich wegen Drogenhandels festgenommen worden war.

Daraufhin ermittelte die Polizei weiter, bis Monate später schließlich bei Razzien in Málaga, Sevilla und Cádiz insgesamt 15 Menschen festgenommen wurden. Der deutsche Chef wurde bereits in Deutschland per internationalem Haftbefehl gesucht. In Köln sitzen drei mutmaßliche Mitglieder der Bande in Untersuchungshaft, die in Deutschland festgenommen wurden.

Die Polizei fand bei den Hausdurchsuchungen insgesamt 280 Kilogramm Haschisch, eine halbe Tonne Marihuana, zwölf Fahrzeuge, drei Waffen, 50 Mobiltelefone, Juwelen im Wert von 400.000 Euro sowie 68.000 Euro Bargeld. 

/ Geschrieben von Markus Gärtner