Amazon kämpft in den USA mit den Folgen eines verheerenden Tornados. Der Vorfall könnte für den US-Riesen auch weitere Konsequenzen haben.

Mann mit Rettungshund in den Überresten eines zerstörten Gebäudes
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Nachdem ein Tornado vor wenigen Tagen ein Logistikzentrum des Online-Riesen Amazon zerstört hat, muss sich der Konzern eventuell auf weitere Konsequenzen einstellen. Die zuständige US-Bundesbehörde OSHA („Occupational Safety and Health Administration“), die sich für die Einhaltung des Bundesarbeitssicherheitsgesetzes verantwortlich zeigt, hat laut Cnbc angekündigt, den Fall zu untersuchen.

Tornado fordert zahlreiche Menschenleben

Am vergangenen Freitag hatte ein Tornado ein Lagerhaus des Konzerns in Edwardsville, einer Stadt im US-Bundesstaat Illinois, zum Einsturz gebracht. Dabei kamen nach aktuellem Stand sechs Amazon-Mitarbeiter ums Leben, ein weiterer wurde verletzt, insgesamt 45 Menschen seien vom Gelände gerettet worden.

Der Wetterdienst „National Weather Service“ habe am Freitag gegen 20:35 Uhr Ortszeit einen Tornado in Edwardsville gemeldet. Nach Angaben von Amazon hätten Führungskräfte die Mitarbeiter vor Ort aufgrund des Unwetters bereits gegen 20:16 Uhr aufgefordert, Schutz zu suchen. Es wird angenommen, dass sich der verheerende Tornado auf dem Parkplatz des Geländes gebildet habe und dann über die Einrichtung hinweggerollt sei. Nach Angaben des örtlichen Feuerwehrchefs James Whiteford brachen die beiden Seiten des Amazon-Gebäudes zusammen, während das Dach einstürzte.

Der Tornado war dabei nur einer von vielen: Mindestens 30 solcher Windhosen seien in mehreren Bundesstaaten verzeichnet worden, die Schneisen der Verwüstung hinterlassen hatten. In Kentucky, einem Nachbarstaat von Illinois, wurden etwa mehr als 60 Menschen getötet.

Amazon sichert volle Unterstützung bei den Ermittlungen zu

Für den Abschluss der angekündigten Ermittlungen habe OSHA nun sechs Monate Zeit. In diesem Rahmen könne die Arbeitsschutzbehörde etwa auch Vorladungen auszusprechen sowie Geldstrafen vorschlagen, wenn sie Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften oder Regelungen zum Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz offenlege. „Die Behörde hat seit Samstag Compliance-Beauftragte in dem Lagerhaus, um Unterstützung zu leisten“, heißt es bei Cnbc mit Verweis auf Aussagen der Behörde.

„OSHA untersucht alle Todesfälle am Arbeitsplatz und wir unterstützen sie“, ließ Amazon auf die Ermittlungen hin verlauten. Auch habe der Konzern bereits finanzielle Unterstützung für die hauseigenen Teams sowie die Gemeinde vor Ort angekündigt: Eine Million Dollar wolle Amazon als Hilfsmaßnahme zur Verfügung stellen.

Vonseiten einiger ansässiger Amazon-Mitarbeiter wurde indes Kritik über ein potenzielles Handy-Verbot durch Amazon laut: Angestellte kritisierten den Arbeitgeber dafür, dass sie Handys am Arbeitsplatz nicht verwenden dürften – gerade in Notfällen sei dies wichtig, um sich zu informieren oder Hilfe zu rufen. Amazon selbst wiederum dementierte gegenüber dem Amazon Watchblog, dass es ein entsprechendes Verbot überhaupt gebe.

/ Geschrieben von Tina Plewinski




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