Eine US-Anwaltskanzlei soll Rassismus und Ungleichheit bei Amazon untersuchen. Zuvor gab es Kritik von Amazon-Aktionären.

Arbeiter im Lager
Hananeko_Studio / Shutterstock.com

Am 25. Mai 2022 steht bei Amazon die Aktionärsversammlung an: Alle Aktienbesitzer dürfen dann unter anderem zu verschiedenen Punkten und Vorschlägen abstimmen. In der umfangreichen Agenda der Jahreshauptversammlung findet sich unter anderem Vorschläge, mögliche Ungleichheiten und Diskriminierung bei Amazon, etwa in der Bezahlung von Frauen und Menschen verschiedener Herkunft, zu untersuchen. 

Kanzlei soll Rassismus bei Amazon untersuchen

Offenbar hat Amazon jetzt auf diese Kritik im Vorfeld reagiert und will eine unabhängige Untersuchung einleiten, wie cnbc berichtet. Dabei soll die New Yorker Anwaltskanzlei Paul, Weiss, Rifkind, Wharton & Garrison unter der Leitung der Ex-Generalstaatsanwältin Loretta Lynch das Verfahren übernehmen. Die Anwälte sollen die Auswirkungen von Amazons Richtlinien auf Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion analysieren. In den Jahren zuvor hatte es bei Amazon immer wieder Vorwürfe von Diskriminierung sowohl im höheren Management als auch in den Logistik-Lagern gegeben. Wann der Bericht fertig sein wird, wurde nicht gesagt.

Der Vorschlag für die diesjährige Aktionärsversammlung wurde vom Rechnungsprüfer des Staates New York, Thomas DiNapoli, eingereicht. Bereits im vergangenen Jahr gab es einen derartigen Vorschlag von ihm – die Versammlung sprach sich allerdings dagegen aus. 

Amazon-Vorstand ist gegen alle Vorschläge der Aktionäre

Auch in diesem Jahr spricht sich der Vorstand von Amazon gegen den Vorschlag aus – wie übrigens gegen alle Vorschläge der Aktionäre. Der Tenor zu den verschiedenen Ideen lautet jeweils: Amazon tue bereits sehr viel und halte das für ausreichend. „Aus diesen Gründen lehnen wir im Allgemeinen Vorschläge ab, die andere spezifische Berichte, Richtlinien oder Initiativen anfordern, da sie die Maßnahmen, die wir bereits ergreifen oder über die wir bereits berichtet haben, um solche Probleme anzugehen, die Entscheidungen, die wir bei der Priorisierung unserer Initiativen getroffen haben oder die einzigartige und sich entwickelnde Natur unserer Geschäftstätigkeit nicht berücksichtigen“, heißt es. Weitere Vorschläge betreffen unter anderem Amazons Klimaziele, Transparenz bezüglich Steuerzahlungen und die Sicherheits-Bedingungen in den Logistikzentren.

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/ Geschrieben von Markus Gärtner




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