Chinesische Behörden haben im Auftrag Amazons ein Lager mit gefälschten Markenartikeln aufgedeckt. 

Arbeiterin in China
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Amazon dürfte sich beim Kampf gegen Fake-Artikel auf seinen Marktplätzen wie Sisyphos vorkommen: Zwar geht das Unternehmen vehement gegen solche Anbieter vor – immer wieder tauchen jedoch auch neue auf. Jetzt konnte der Online-Riese aber einen weiteren kleinen Erfolg verbuchen: In China wurde eine Fabrik hochgenommen, die gefälschte Gürtel des italienischen Modehändlers Salvatore Ferragamo produzierte, wie das Unternehmen mitteilt.

China-Fälscher kopieren 400 Euro teuren Gürtel

Die Fabrik im chinesischen Yiwu in der Provinz Zhejiang hat demnach den Gancini-Gürtel von Ferragamo gefälscht, der danach wohl auf verschiedenen Online-Marktplätzen verkauft werden sollte. Im Webshop von Ferragamo kostet ein solcher Gürtel im Schnitt um die 400 Euro. Nach Hinweisen von Amazons eigener Anti-Fälschungs-Einheit, der Counterfeit Crimes Unit, durchsuchten chinesische Beamte das Lager und beschlagnahmten Hunderte von gefälschten Gürteln sowie Zubehör.

„Dies sollte als Erinnerung dienen, dass kriminelle Akteure zur Rechenschaft gezogen werden, da Amazon sowohl mit Marken als auch mit Strafverfolgungsbehörden auf der ganzen Welt zusammenarbeitet, um zu verhindern, dass nicht-authentische Produkte im gesamten Einzelhandel verkauft werden“, sagte Kebharu Smith, Leiter der Abteilung für Fälschungskriminalität bei Amazon. Amazon und Ferragamo hatten zuvor unter anderem bei einem US-Bezirksgericht gegen vermeintliche Beteiligte Klage eingereicht.

Amazons Kampf gegen Fälscher auf dem Marktplatz

Das Problem mit gefälschten Markenartikeln ist und bleibt riesig: Allein Ferragamo hatte 2021 mehr als 22.000 rechtsverletzende Produkte und illegale Inhalte von Social-Media-Plattformen entfernt sowie mehr als 130.000 Einträge im Zusammenhang mit gefälschten Produkten identifiziert und von Marktplatz-Dienstleistern entfernen lassen. Ferragamos Schuhe sind unter anderem aus Hollywood-Klassikern wie „Manche mögen’s heiß“ bekannt: Marilyn Monroe trug Ferragamo-Pumps im Film.

Amazon hatte seine Anti-Fälschungs-Einheit 2020 gestartet, um das Problem fokussierter anzugehen. Laut Amazon hat das Unternehmen im Jahr 2020 mehr als 700 Millionen Dollar in den Kampf gegen Fake-Artikel gesteckt, über 10.000 Mitarbeiter sind damit beschäftigt. Nur bei 0,01 Prozent aller bei Amazon verkauften Produkte gäbe es laut Amazon eine Fälschungsbeschwerde von Kunden – was bei den gigantischen Verkaufszahlen in absoluten Zahlen immer noch riesig ist.  

In Deutschland wurden aktuell die dreistesten Produktfälschungen mit dem Negativpreis „Plagiarius“ ausgezeichnet. 

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/ Geschrieben von Markus Gärtner