Mithilfe immer neuer Wege will Amazon seine Lieferstrategien ausbauen.

Amazon-Pakete auf einem Haufen
Fabio Principe / Shutterstock.com

Amazon versucht offenbar, die Möglichkeiten der Paketzustellung immer weiter auszubauen und zu optimieren. Der US-Konzern soll aktuell an einem neuen Programm tüfteln, bei dem die Paketboten die Sendungen nicht aus Verteilzentren holen und von dort aus zu den Kundinnen und Kunden bringen – stattdessen fahren die Boten Shops in lokalen Einkaufszentren an, um die Produkte der Bestellungen von dort aus zu liefern.

Schnelle Lieferung könnte Kundenbindung erhöhen

Im Rahmen dieses Tests kommen die Boten des hauseigenen Zustelldienstes Flex zum Einsatz, schreibt das Portal The Verge mit Verweis auf Berichte von Bloomberg. Das Programm sei dabei keineswegs neu, sondern soll schon seit dem vergangenen Jahr laufen. Mithilfe einer Lieferung direkt aus Einkaufszentren könnte der Konzern die Zustellzeit seiner Pakete noch verbessern und beispielsweise Lieferungen am gleichen oder nächsten Tag optimieren.

„Dies ist nur eine weitere Möglichkeit, wie wir Amazon-Verkäufer mit Kunden über bequeme Lieferoptionen verbinden können“, wird Amazon-Sprecherin Lauren Samaha zitiert. An dem Test seien nach aktuellem Stand nur eine Handvoll Händlerinnen und Händler beteiligt. Allerdings gab sie dabei weder eine genaue Zahl der teilnehmenden Partnerunternehmen an, noch nannte sie die Regionen, in denen entsprechende Tests stattfinden. Zieht man Aussagen von Flex-Fahrern heran, so sollen die Tests in den US-Bundesstaaten Arizona, Nevada und Virginia sowie Las Vegas stattfinden.

Amazon will kleinere Händler als Lieferanten nutzen

Die Berichte über eine Zustellung von Amazon-Bestellungen aus Einkaufszentren kommen nur kurze Zeit, nachdem bereits andere logistische Taktiken des Konzerns für Meldungen sorgten: So führe Amazon derzeit etwa in ländlichen, schwach besiedelten Gebieten der USA Tests durch, bei denen kleine Geschäfte die Lieferung von Amazon-Paketen übernehmen. Dabei müssen die kleinen Läden keine Liefererfahrung vorweisen können – lediglich einen festen Standort, zu dem die Pakete jeden Morgen angeliefert werden.

Gehen die „Tante-Emma-Läden“ die Partnerschaft mit Amazon ein, verpflichten sie sich den Berichten zufolge, die Sendungen an sieben Tagen in der Woche an die Kundinnen und Kunden zuzustellen – also selbst an Sonntagen. Der Lieferkreis soll rund zehn Kilometer rund um ihr Geschäft betragen. Pro ausgeliefertem Paket erhalten sie demnach eine bestimmte Gebühr, die gerüchteweise zwischen 2,50 und 3 US-Dollar liegen soll.

Amazon macht sich unabhängiger von externen Paketdiensten

Beide Tests verdeutlichen gut, dass Amazon fortwährend an einer Optimierung der Zustellung arbeitet – egal ob in ländlicher Abgeschiedenheit oder in städtischen Regionen mit eigenen Einkaufszentren. Um Kundinnen und Kunden mit ausgezeichneten Lieferoptionen zu locken und ihre hohen Erwartungen zu erfüllen, wird das bestehende Liefernetzwerk immer weiter ausgebaut, laufende Strategien verbessert und neue Optionen getestet. Dabei stellt der Konzern die eigene Unabhängigkeit von tradierten Paketdienstleistern wie DHL, Hermes, DPD, UPS & Co. seit Jahren mit eigenen Flotten und Diensten in den Fokus.

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/ Geschrieben von Tina Plewinski




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