Premiere für Amazon: Der Konzern hat sein erstes hauseigenes Modegeschäft eröffnet. Darin verbindet er geschickt Vorteile des On- und Offline-Handels.

Schild mit Amazon-Schriftzug
Hrach Hovhannisyan / Shutterstock.com

Anfang 2022 hatte Amazon angekündigt, noch in diesem Jahr sein erstes stationäres Modegeschäft eröffnen zu wollen. Auf 2.800 Quadratmetern sollen Kunden ein komfortables Einkaufserlebnis mit „maßgeschneiderten Echtzeit-Empfehlungen“ genießen können, so die Ankündigung. Nun hat Amazon seine Pläne in die Tat umgesetzt und die Filiale namens Amazon „Style“ in der Nähe von Los Angeles eröffnet.

„Amazon Style wurde entwickelt, um Kunden dabei zu helfen, Looks zu entdecken, die sie lieben werden“ – das hat sich Amazon im Rahmen des neuen Modegeschäfts auf die Fahne geschrieben. Grundlage dafür sei nach eigenen Angaben der Einsatz von Technologie, der „ein personalisiertes und bequemes Einkaufserlebnis mit [...] erstklassigen Abläufen“ garantiert.

Ein Modegeschäft mit gigantischem Lagersystem

Besucherinnen und Besuchern wird bei Amazon Style ein breites Sortiment an Kleidung präsentiert: Geboten werden nicht nur Amazons eigene Fashion-Labels, sondern auch bekannte Modemarken wie Adidas oder Calvin Klein. Wer sich von den neuesten Trends aus den sozialen Medien inspirieren lassen möchte, dem stehen gar kuratierte Kollektionen von Influencern zur Verfügung.

Das Besondere an dem Geschäft: Es ist viel größer, als es zunächst den Anschein hat. Kunden können auf zwei Etagen nach neuen Klamotten shoppen – allerdings ist diese Verkaufsfläche nur ein Bruchteil des eigentlichen Stores. Das Fachportal GeekWire bezeichnet die Fläche für die Kunden vergleichsweise als „Homepage“, hinter der sich ein riesiges Lagerhaus mit Unmengen an Lagerbeständen versteckt. Einblicke hinter die Kulissen erhalten die Kundinnen und Kunden demnach durch eine große Glasfassade, die sich vom Boden bis zur Decke erstreckt. 

Die Mode kommt zu den Kunden

Auf der Verkaufsfläche selbst finden sich die Kleidungsstücke nicht – wie in normalen Geschäften – in großen Haufen oder dutzende Male in verschiedenen Größen gedrängt auf Kleiderständern. Den einzelnen Produkten wird mehr Raum gewährt, da sie einzeln (in einer Größe) ausgestellt sind. Wollen Kunden ein Kleidungsstück probieren, können sie es mithilfe eines QR-Codes scannen und es sich von den Mitarbeitern und mithilfe von gläsernen Industrieaufzügen direkt in ihre Umkleidekabine bringen lassen. Dabei fungiere das Smartphone durch Registrierung als individuelle Schlüsselkarte für die persönliche Kabine.

„Um Wartezeiten zu vermeiden, werden Sie in dem Moment, in dem Sie Ihren ersten Artikel scannen, in eine virtuelle Warteschlange gestellt. Sollte Ihr Bildschirm anzeigen, dass Ihre Kabine bereit ist, während Sie noch einkaufen, können Sie mit einem Knopfdruck Ihren Platz in der Warteschlange halten und gleichzeitig die Kabine für jemand anderen freigeben“, erklärt GeekWire das Prozedere weiter.

On- und Offline-Services werden eng gekoppelt

Auch in der Umkleidekabine selbst wartet Hightech auf die Shopper: Auf einem Touchscreen werden den Kunden beispielsweise passend zur gelieferten Kleidung ergänzende bzw. zusätzliche Produkte vorgeschlagen. Passt oder gefällt ein Kleidungsstück nicht, kann es über den Bildschirm in einer anderen Farbe oder Größe direkt in die Kabine nachgeordert werden.

Um den Service an der Kundschaft noch weiter zu erhöhen, sei es überdies etwa möglich, auch online von Zuhause aus Produkte in die Filiale zu bestellen oder gelieferte Online-Produkte von Zuhause mitzubringen und im neuen Amazon-Style-Geschäft zu retournieren.

Bezahlen mit der Handfläche

Um den Check-out-Prozess für die Kundinnen und Kunden so bequem wie möglich zu machen, stehen ihnen mehrere Optionen zur Verfügung – allerdings nicht die kassenlose Variante wie in den Amazon-Go-Geschäften. Zur Wahl steht beispielsweise die Zahlung mit der Handfläche, „Amazon One“ genannt. Wer sich hierfür noch nicht registriert hat, könne dies direkt im Laden nachholen. Wer seine biometrischen Daten nicht preisgeben will, kann auch bar oder mit Kreditkarte bezahlen.

Als Einheit betrachtet sei der Service für Kundinnen und Kunden sowie das gesamte Ladenkonzept „bahnbrechend“, kommentierte ein Mitarbeiter des neuen Geschäfts in einem Video, das auch Einblicke in die Prozesse des Ladens gibt:

 

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/ Geschrieben von Tina Plewinski