Wenn Amazon seine Händlerdaten für alle zur Verfügung stellt, könnte das Unternehmen um eine Geldstrafe rumkommen.

Justitia vor EU-Flagge
Andrey Burmakin / Shutterstock.com

Seit rund drei Jahren läuft in der EU ein Kartellverfahren gegen Amazon. Dabei geht es unter anderem darum, wie der Marktplatz die Daten seiner Händler verwendet und wie er die Buy Box vergibt. Jetzt könnten sich die beiden Parteien einigen, wie Politico mit dem Verweis auf Insider berichtet.

Amazon soll Marktplatz-Daten für alle bereitstellen

Demnach könnte Amazon anfangen, bestimmte Daten seiner Marktplatzhändler mit allen Verkäufern zu teilen. Dabei würde Amazon sich unter anderem auf den kürzlich verabschiedeten Digital Markets Act stützen, der aber erst in zwei bis drei Jahren greift. Der Online-Riese würde dem Gesetz damit quasi zuvorkommen. Im DMA ist das Nutzen solcher nichtöffentlicher Daten für eigene Zwecke verboten. 

Ein solcher Deal mit Margrethe Vestager, der zuständigen EU-Kommissarin für Wettbewerb, würde Amazon davor bewahren, eine Geldstrafe für das bestehende Vorgehen zu zahlen. Doch auch die EU könnte mit einem solch schmerzlosen kartellrechtlichen Vergleich möglicherweise einen Teilerfolg für sich verbuchen: Die langwierige Untersuchung wäre beendet und der schwer fassbare Konzerne müsste einlenken. 

Denn Vestager kämpft an mehreren Fronten bzw. mit allen Big-Tech-Unternehmen: Auch gegen Apple, Google und Facebook laufen wegen anderer möglicher Verstöße ähnliche Verfahren. Doch die erklärte Gegnerin der IT-Riesen ist nur noch zwei Jahre im Amt.

Die Kommission und auch Amazon haben sich nicht zum Stand der Untersuchung bzw. der Verhandlungen geäußert.

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/ Geschrieben von Markus Gärtner




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