In Großenkneten baut Amazon ein neues Logistikzentrum, im Verteilzentrum in Wunstorf haben Angestellte einen Betriebsrat aufgestellt.

Amazon-Lager
© Amazon

Großenkneten bei Oldenburg war bisher höchstens bekannt als zwischenzeitlicher Aufenthaltsort von Ex-Torwart Hans-Jörg Butt und Trio-Sänger Stephan Remmler. Nun wird der Ort Teil von Amazons deutschem Logistik-Netzwerk: In der Gemeinde soll ein Logistikzentrum gebaut werden, wie der NDR berichtet.

Neues Amazon-Logistikzentrum soll 1.000 Jobs schaffen

Das rund 52.000 Quadratmeter große Lager nahe der A1 soll 2023 eröffnen und Arbeitsplätze für rund 1.000 Menschen bringen. Amazon soll in das Projekt einen dreistelligen Millionenbetrag investiert haben. Es wäre in Niedersachsen das vierte große Amazon-Logistikzentrum neben Winsen/Luhe im Landkreis Harburg, Achim bei Verden und dem kurz vor dem Start stehenden Helmstedt. Das Logistikzentrum Helmstedt wird vermutlich im August dieses Jahres den Betrieb aufnehmen, wie ein Amazon-Sprecher auf Anfrage mitteilt. Wir haben in einem eigenen Beitrag die Auswirkungen einer Amazon-Ansiedlung auf den jeweiligen Ort umfassend beschrieben.

Apropos Niedersachsen: Im Verteilzentrum in Wunstorf bei Hannover wurde ein Betriebsrat gewählt, berichtet golem.de. Es sei der erste in einem Amazon-Verteilzentrum in Europa, sagt die Gewerkschaft Verdi. Laut unseren Informationen soll es jedoch auch einige Betriebsräte in französischen und spanischen Verteilzentren, etwa in Madrid, geben. 

Verdi: Amazon wolle Gewerkschaften lieber draußen halten

Im neuen Betriebsrat aus neun Mitgliedern stammen sechs von Verdi. „Es ist bei Amazon keine Selbstverständlichkeit, dass sich die gewerkschaftlich Aktiven durchsetzen“, sagt Nonni Morisse, Verdi-Sekretär für Amazon. Amazon stelle bei derartigen Wahlen gern eigene Listen mit Amazon-Managern aus der mittleren Führungsschicht auf. „Die Gewerkschaften möchte der Konzern dabei aber lieber draußen halten“, so Morisse.

Amazon erklärt zur Rolle von Betriebsräten: „Sie sind an vielen deutschen Amazon-Standorten etabliert, vertreten die Interessen aller Mitarbeitenden und schließen weitreichende Vereinbarungen mit der Geschäftsleitung ab. Beispiele sind Vereinbarungen zu Schichtmodellen oder zur Arbeitssicherheit. Amazon ermutigt alle Mitarbeiter:innen, sich an Betriebsratswahlen zu beteiligen”, so ein Sprecher. 

In allen 17 großen Logistikzentren gebe es Betriebsräte, die sowohl aus Gewerkschafts- als auch Nicht-Mitgliedern bestehen. 

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/ Geschrieben von Markus Gärtner




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